Dr. Dollas Diagnose (21) : Ab zur Dopingkontrolle!

Doping war zuletzt auch bei der Frauenfußball-WM ein Thema. Nordkoreas Team sorgte mit aberwitzigen Erklärungen nach positiven Testergebnissen für Aufsehen. Aber wie läuft so eine Kontrolle eigentlich genau ab?

Dr. Thorsten Dolla
Damit im Sport alles mit rechten Dingen zugeht, gibt es Dopingkontrollen auch im Fußball.
Damit im Sport alles mit rechten Dingen zugeht, gibt es Dopingkontrollen auch im Fußball.Foto: dpa

Unter Doping versteht man zunächst einmal die Einnahme von unerlaubten Substanzen oder die Nutzung von unerlaubten Methoden zur Leistungssteigerung. In allen offiziellen Fußballwettbewerben werden regelmäßig Dopingkontrollen durchgeführt. Entweder als Trainingskontrollen oder nach einem Spiel.

Dafür wird dem Doping-Kontrollarzt wenige Tage vor dem Spiel die zu kontrollierende Begegnung durch die Anti-Doping-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bekannt gegeben. Natürlich für die Vereine unangemeldet kommt dann pünktlich zu Beginn des Spiels der Kontrollarzt und teilt den jeweiligen Mannschaftsverantwortlichen beider Vereine mit, das eine Dopingkontrolle stattfindet.

Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen.
Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen.Foto: promo

In der Halbzeit werden mit dem Vertreter des Heim- und Gastvereins die auf dem Spielformular stehenden Spielernummern mit Nummernchips verglichen und anschließend werden die Nummernchips in jeweils einen Sack gepackt. Nach Durchmischung werden je Sack, also je Verein, zwei Nummern gezogen und in einen Briefumschlag gelegt. Anschließend wird der Umschlag umgehend verschlossen. Keiner der Beteiligten kann dabei die Nummern erkennen.

Zusätzlich wird noch eine Ersatznummer gezogen und in einem weiteren Umschlag verschlossen. Müsste einer der beiden ausgelosten Spieler aufgrund einer Verletzung ins Krankenhaus, würde die Ersatznummer kontrolliert werden.

Die verschlossenen Umschläge werden in der 75. Spielminute vom Kontrollarzt und den beiden Vereinsvertretern geöffnet. Damit sind die zu kontrollierenden Spieler beider Vereine bekannt. Nach Spielende werden die Spieler direkt in den „Dopingkontrollraum“ begleitet. Bei Harndrang (Getränke sind ausreichend vorhanden) wird der Spieler vom Kontrolleur auf die Toilette begleitet.

Nach Urin lassen von mindestens 90ml in einen Becher werden anschließend aus dem Becher 60 ml Urin in Flasche A und 30 ml Urin in Flasche B gefüllt. Protokollbögen, mit dem Vermerk der Uhrzeit, der in den letzten 72 Stunden vom Spieler eingenommenen Medikamente werden ausgefüllt und unterschrieben. Zum Labor gehen die Proben mit der jeweiligen Codenummer; Namen von Spielern sind den Labormitarbeitern nicht bekannt. Danach heißt es Abwarten, bis das Ergebnis feststeht. Sollte es - was die absolute Ausnahme ist - positiv ausfallen, folgt die Zeit der zuweilen abenteuerlichen Erklärungen wie zuletzt bei Nordkoreas Fußballerinnen.

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