Dr. Dollas Diagnose (22) : Wenn die Achillessehne reißt

Der Cottbuser Zweitliga-Profi Markus Brzenska hat sich am Freitag beim 2:1-Sieg von Energie in Duisburg die Achillessehne gerissen. Was genau bei einer solchen Verletzung passiert, beschreibt Dr. Thorsten Dolla in seiner aktuellen Kolumne.

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Bitterer Moment für Markus Brzenska. Der Fußballprofi von Energie Cottbus hat sich im Spiel beim MSV Duisburg die Achillessehne gerissen und fällt lange aus. Foto: dpa
Bitterer Moment für Markus Brzenska. Der Fußballprofi von Energie Cottbus hat sich im Spiel beim MSV Duisburg die Achillessehne...Foto: dpa

Die Achillessehnenruptur gehört zu den häufigsten Sportverletzungen. Sie tritt nicht nur bei Leistungssportlern auf! Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im menschlichen Körper. Sie ist etwa zehn Zentimeter lang und im Durchmesser etwa einen Zentimeter breit. Sie überträgt die Kraft der Wadenmuskulatur auf das Fersenbein. Damit wird eine kraftvolle Beugung im oberen Sprunggelenk gewährleistet.

Die Ursache der Achillessehnenruptur ist vielfältig. Durch immer wieder auftretende kleine Verletzungen der Sehne, sogenannte Mikroverletzungen, ungefähr zwei bis sechs Zentimeter vom Ansatz entfernt, kann es zu einer Vorschädigung kommen. Da in diesem Bereich die Blutversorgung nicht optimal ist, kann es zu einer degenerativen Veränderung der Sehne kommen. Ein Riss der Achillessehne, oft mit einem peitschenknallähnlichen Geräusch verbunden, kann bei plötzlicher Anspannung der Wade die Folge sein. Der Sportler hat Schmerzen in der Wade. Der Zehenspitzengang ist nur noch eingeschränkt möglich.

Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen. Foto: promo
Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen.Foto: promo

Bei der Untersuchung tritt eine tastbare Lücke etwa zwei bis sechs Zentimeter vom Ansatz der Achillessehne auf. Nach kurzer Zeit ist dieser Bereich geschwollen. Verschiedene klinische Untersuchungen werden durchgeführt. Eine Ultraschalluntersuchung sowie, wenn notwendig, eine Kernspintomographie können die Diagnose bestätigen.

Eine frühzeitige operative Versorgung ist zu empfehlen. Dabei werden die Sehnenstümpfe adaptiert, zusammengenäht und verklebt. Auch eine konservative Behandlung ist bei geringer Dehiszenz der Sehnenstümpfe möglich, wird im Hochleistungssport aber selten durchgeführt. Die Nachbehandlung ist intensiv.

Wenn alles gut läuft, kann vier bis sechs Monate nach der Achillessehnenruptur wieder Fußball gespielt werden. Die Gefahr, dass die operativ versorgte Sehne noch einmal reißt, ist etwa genauso groß wie die Verletzungsgefahr der gesunden Achillessehne. Im Falle von Markus Brzenska kann man nur gute Besserung wünschen, auch wenn er in diesem Jahr sicherlich nicht mehr auf den Platz zurückkehren wird.

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