Dr. Dollas Diagnose (26) : Gib mich die Kirsche: Was tun bei Muskelkater?

Körperliche Anstrengungen, die einmalig erfolgen, führen häufig zu Muskelkater. Gleiches gilt, wenn man nach längerer sportlicher Abstinenz zu intensiv trainiert. Was passiert bei Muskelkater, und wie kann man ihm vorbeugen?

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Sauerkirschen helfen gegen Muskelkater, am besten in Saftform.
Sauerkirschen helfen gegen Muskelkater, am besten in Saftform.Foto: dpa

Der Muskelkater entsteht mit einer Verzögerung von ca. 24 Stunden nach einer starken oder ungewohnten Belastung der Muskulatur. Der Sportler hat einen Muskel, der schmerzhaft und hart ist. Bewegungen verstärken die Beschwerden, die bis zu einer Woche anhalten können. Manchmal fühlt man eine Kraftlosigkeit des überlasteten Muskels.

Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen.
Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen.Foto: promo

Während früher eine erhöhte Milchsäure für den Muskelkater verantwortlich gemacht wurde, geht man heute davon aus, dass die Beschwerden durch kleine Mikroverletzungen entstehen. Diese Verletzungen entstehen beim Bremsen von Bewegungen, wie man sie häufig bei der Landung des Sprunges benötigt sehr viel häufiger, als beim Beschleunigen, also Absprung. Die Ursache des Muskelkaters ist also eine Überlastung des Muskels.

Untersuchungen haben gezeigt, dass selbst ausführliches Aufwärmen vor der sportlichen Belastung und auch richtig durchgeführte Dehnungsübungen nicht vor Muskelkater schützen können. Dagegen führt eine Wärmebehandlung, ob in der Badewanne oder in der Sauna, zu einer schnelleren Genesung durch die vermehrte Durchblutung der Muskulatur. Von einer klassischen Massage wird abgeraten.

Sind die Muskelbeschwerden weg, kann mit dem Training wieder begonnen werden. Wird mit dem Muskelkater, also mit Schmerzen im Muskel trainiert, können Muskelfaserrisse entstehen. Eine Studie zeigt, dass Sauerkirschsaft sowohl den Verfall der Muskelleistungsfähigkeit bremst als auch das Schmerzempfinden positiv beeinflusst. Die Safttrinker hatten weniger Muskelkater als die Wassertrinker, vermutlich weil Sauerkirschen entzündungshemmend wirken.

Aber besonders für die angehenden Berlin-Marathon-Läufer gilt: Im Training die Leistung langsam steigern. Bei Verletzungen und Muskelkater eine Pause einlegen. Und dann geht es weiter!

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