Gesundheit : Dresdner Universität bietet bunte Leistungsschau

Heiko Schwarzburger

Links Bücher, rechts Bücher, mitten drin ein Satellit. Unter der Decke hängt gar ein Segelflieger. Bis zum 6. November stellt die Technische Universität Dresden (TUD) im Kulturkaufhaus Dussmann an der Friedrichstraße verschiedene Exponate aus ihren Instituten vor. "Ich habe mir in Amerika einige Universitäten angesehen und war erstaunt, welches enorme Marketing die Hochschulen in Übersee betreiben", erklärte Peter Dussmann den Auftritt der Sachsen in seinem Haus. "Drüben veranstalten die Unis überall beeindruckende Ausstellungen. Da habe ich mich gefragt, ob deutsche Hochschulen das nicht auch können."

Dussmann unterstützt die TU Dresden seit Jahren dabei, wertvolle Fotoarchive aus dem vergangenen Jahrhundert zu konservieren. Sein Angebot stieß auf offene Ohren. Achim Mehlhorn, Rektor der größten sächsischen Universität, nannte es eine wichtige Aufgabe der Wissenschaftler, sich verstärkt in der Öffentlichkeit zu präsentieren. "Wir müssen heraus gehen aus unseren Mauern, Laboren und Bibliotheken", sagte er. "Die Wissenschaft muss ihre Geheimsprachen auflösen und sich den Menschen erklären ohne zu belehren."

Die Ausstellung ist über alle Etagen des Kaufhauses verteilt. Neben dem flugfähigen Modell eines Ultraleichtflugzeuges zeigen die Dresdener ein Statikmodell der Frauenkirche, mit dem Bauingenieure der TUD die geniale Konstruktion der riesigen Steinkuppel demonstrieren. Der Wiederaufbau der kurz vor Kriegsende zerbombten Kirche stellt selbst moderne Wissenschaftler vor zahlreiche Probleme, beispielsweise bei der Verteilung des unglaublichen Gewichts der Kuppel auf die Kirchenmauern.

Weiterhin zeigen die Sachsen einen Miniaturgreifer, mit dem sich mikroskopische Sonden oder Halbleiterchips aufheben und positionieren lassen, etwa in Operationssälen oder Fertigungslabors. Gerade frisch aus den Labors kommen Teller aus gebackenem Kartoffelmus, die man nach Verzehr der Mahlzeit gleich mit essen kann. Das neue Ökogeschirr trotzte allen Aufweichversuchen durch Ketchup und Mayo. Auch Becher und Tabletts lassen sich auf diese Weise aus Erdäpfeln herstellen.

Doch nicht nur die Techniker haben ein paar Schmuckstücke aus ihren Tüftelstuben geschickt. Mit dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung hat die Universität seit 1993 ein großes Forschungszentrum zur vergleichenden Analyse der Diktaturen dieses Jahrhunderts. Die Historiker zeigen zwei hochbrisante Forschungen: "Die Dresdner Bank im Nationalsozialismus" und "Die demokratische Revolution in Sachsen 1989 / 90". Informatiker der TUD brachten illegale originalgrafische Künstlerzeitschriften aus der DDR als Computerdateien in eine Datenbank, um die seltenen Unikate besser bekannt und verfügbar zu machen.

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