Gesundheit : Durchgefallen

Angehende Biolehrer haben es am schwersten

Anja Kühne

Wie kommt es, dass in Berlin deutlich mehr angehende Biologielehrer im ersten Staatsexamen durchfallen als etwa Historiker? Die Misserfolgsquote bei den Biologiekandidaten in der Prüfung lag in den vergangenen fünf Jahren bei knapp 31 Prozent, die der Historiker unter drei Prozent. Auf eine Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Katrin Schultze-Berndt antwortete Berlins Bildungssenator Klaus Böger, die „relative Bandbreite“ zwischen den Durchfallquoten in den Fächern bei der Lehrerprüfung erkläre sich aus „den Spezifika der Fächer und ihren je eigenen Anforderungen“. Kandidaten in naturwissenschaftlichen, technischen und mathematischen Fächern fallen im Schnitt häufiger durch.

So liegt die Quote in der Bildenden Kunst nur bei zweieinhalb Prozent, in Englisch bei knapp acht Prozent, in Deutsch bei knapp zehn Prozent, in Evangelischer Religionslehre bei knapp drei Prozent, in Sozialkunde bei gut vier Prozent, in Musik bei unter einem Prozent, in Sport bei viereinhalb Prozent.

Hohe Durchfallquoten haben bei den Geisteswissenschaften nur die fremdsprachlichen Philologien Französisch (13,5 Prozent), Russisch (19 Prozent) und Spanisch (15 Prozent). In den Naturwissenschaften und Mathematik liegen die Zahlen aber noch höher. In den vergangenen fünf Jahren fielen 27 Prozent der Lehramtsstudenten in Chemie durch, in Mathematik 26 Prozent. In Physik liegt die Quote bei 15 Prozent, in Informatik bei 18 Prozent, in Erdkunde fallen 17 Prozent durch.

Bögers Erklärung: Naturwissenschaftliche Fächer sind „im erforderlichen Grundwissenbestand stärker faktenbasiert als hermeneutische Disziplinen“. In anderen Worten: Wo harte Fakten abgefragt werden, kommen Professoren auch um harte Noten nicht herum, da, wo es nicht nur Schwarz oder Weiß gibt, dürfen die Kandidaten auch mit einer milderen Bewertung durch die Prüfer rechnen.

Der Senator weist auf die Dominanz der Professoren gegenüber den Vertretern vom Landesprüfungsamt in den Kommissionen hin. Die Bewertung werde zu zwei Dritteln durch die Wissenschaftler festgelegt. Insgesamt stellt sich die Misserfolgsquote von 9,84 Prozent im Ersten Staatsexamen für Lehrämter in Berlin aus Sicht Bögers als „verhältnismäßig“ dar.

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