Gesundheit : Ein Abschied in Ehren

Goldene Nadel für Dieter Heckelmann: Die Freie Universität würdigt ihren ehemaligen Präsidenten als Krisenmanager

Uwe Schlicht

Die Freie Universität hat ihren früheren Präsidenten Dieter Heckelmann mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Bei der Feier zur Verabschiedung des 65-jährigen Juristen sah man viele alte Weggefährten, mit denen Heckelmann politisch vertrauensvoll zusammengearbeitet und nach den Gremiensitzungen Fußball gespielt hatte. Kein Misston trübte die Feierstunde, weil alle Redner sich darauf beschränkten, Heckelmann als Kollegen und Universitätspräsidenten zu würdigen. Über den späteren CDU-Innensenator (1991-1996) sprachen sie nicht.

Die positive Würdigung Heckelmanns, so wie sie der heutige Präsident Peter Gaehtgens, sein ehemaliger Vizepräsident Hans Westmeyer und Klaus Hempfer von der Liberalen Aktion formulierten, kommt nicht von ungefähr: Nach ihrer glanzvollen Zeit unter der alten Ordnung der Ordinarienuniversität war die Freie Universität durch die Folgen der Studentenrevolte seit 1967 in schwieriges Fahrwasser geraten. Jahre des akademischen Bürgerkriegs zerrütteten die FU. Der nachhaltige Wandel begann 1983 mit dem Amtsantritt von Dieter Heckelmann. Mit ihm stellten die Konservativen zum ersten Mal seit 1969 wieder den Präsidenten. Der von den Linken befürchtete Roll-back fand nicht statt. Bereits zwei Jahre nach Heckelmanns Amtsantritt titelte der Tagesspiegel im September 1985 „Das Ende des hochschulpolitischen Bürgerkriegs”.

Diese neue Atmosphäre der politischen Entkrampfung überstand auch die Krisen zu Beginn der zweiten Amtszeit (1987-1991). Für Peter Gaehtgens und die anderen Festredner hat mit Heckelmanns Amtszeit der Weg der FU zurück in die Normalität einer Universität begonnen, die sich durch Leistung auszeichnet. Heute kann kein Kenner mehr die FU als Fraktionsuniversität bezeichnen. Sie hat damit einen radikaleren Schlussstrich gezogen als die Technische Universität, die ebenfalls seit 1969 nach den Regeln der Fraktionsuniversität regiert wurde – und das noch bis in unsere Tage.

In seiner Dankesrede rechnete Heckelmann mit der derzeitigen Hochschulpolitik ab: Der Regierende Bürgermeister gebe die Devise aus, man müsse sparen bis es quietscht. Was eine Stadt wie Berlin für ihre Zukunft brauche, werde nicht mehr gefragt. Wer der FU das Franklin-Klinikum nehmen wolle, stelle ihre die Existenz insgesamt in Frage und „versündigt sich an der Zukunft Berlins”. Nach dem lang anhaltenden Beifall zu urteilen, hatte der alte Kämpe vielen Angehörigen der Freien Universität aus dem Herzen gesprochen. Uwe Schlicht

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