Gesundheit : Ein biologisches Verwirrspiel

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Die einzelligen Trypanosomen sind Parasiten, die ein breites Spektrum von Säugetieren befallen. Während die meisten Großwildtiere – und auch einige Haustiere wie etwa das Schwein – die Erreger beherbergen, aber selbst nicht erkranken, führt die Infektion beim Menschen und bei Rindern zu einer schweren Erkrankung. Lange bevor man die TrypanosomenVarianten voneinander unterscheiden konnte, hatten Wissenschaftler aufgrund von Studien die Existenz von drei „Spezies“ postuliert. Trypanosoma brucei brucei galt als Erreger der Nagana-Seuche, während T. brucei gambesiense die west- und zentralafrikanische Form der Schlafkrankheit und T. brucei rhodesiense die ostafrikanische Variante verursachen sollten.

Während die westafrikanische Form der Schlafkrankheit einen chronischen Verlauf über mehrere Jahre zeigt, verschlechtert sich der Zustand des Patienten mit der ostafrikanischen Schlafkrankheit rapide. Das hängt damit zusammen, dass T. brucei rhodesiense nach kurzer Zeit – manchmal nur in wenigen Wochen – die Blut- Hirn-Schranke durchquert und sich in der Gehirnflüssigkeit ausbreitet. Die daraus resultierende Entzündung verursacht zahlreiche neurologische Symptome, etwa Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, daher die Bezeichnung Schlafkrankheit.

Werden durch den Stich einer Tsetse- Fliege andere Varianten der Trypanosomen auf Menschen übertragen, beispielsweise jene, die die Nagana-Seuche des Rinds verursachen, so werden diese durch körpereigene Abwehrmechanismen getötet. Es ist wahrscheinlich, dass sehr geringe Unterschiede in der Oberflächenstruktur der Trypanosomen, die nur molekularbiologisch zu erkennen sind, die Ursache für die krank machenden Eigenschaften bei Mensch und Rind darstellen. HFM

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