Gesundheit : Ein Fenster zum Hof für die Stabi Besucher der Bibliothek können jetzt den Bauarbeiten zusehen

Anne Strodtmann

Die Staatsbibliothek zu Berlin „gestattet sich den Voyeurismus“. Gemeint ist mit dieser Ankündigung der Blick auf die Baustelle im Innenhof der Bibliothek Unter den Linden, wo in den kommenden Jahren der neue zentrale Lesesaal entstehen soll. Von nun an können die Besucher durch ein eigens zu diesem Zweck geschaffenes „Fenster zum Hof“ sehen, wie die vier Magazintürme, die zu DDR-Zeiten im Stil von Getreidesilos errichtet worden waren, Geschoss für Geschoss zersägt und abgetragen werden. Die Bücher, die die Türme lange Jahre beherbergt hatten, sind vorübergehend in einem ehemaligen Lagerhaus im Westhafen untergebracht. Anfang des kommenden Jahres wird dann mit dem Ausheben der Baugrube begonnen. Zwölf Meter tief soll sie werden. Denn es werden drei Untergeschosse benötigt.

Im Jahr 2005 wird das „Fenster zum Hof“ wieder geschlossen, wenn der Rohbau des neuen Lesesaals bis an das Fenster heranreicht, sagt die kommissarische Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf. Und im Jahr 2007 soll der Lesesaal fertig sein. Die Bibliothek der Humboldt-Universität, die teilweise noch in einem Trakt der Staatsbibliothek untergebracht ist, soll die von ihr genutzten Räume am Ende des Wintersemesters räumen. Da für ein Bibliotheksgebäude der HU noch nicht einmal der Grundstein gelegt ist, werden sich die Leser auf ein weiteres Provisorium einzurichten haben.

Schließlich soll der Eingangsbereich wieder so gestaltet werden, wie er einst von Ernst von Ihne, dem Erbauer der Staatsbibliothek, angelegt worden war. Im Jahr 2011 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann feiert die Staatsbibliothek ihr 350-jähriges Jubiläum. Allerdings, so Schneider-Kempf, sei die Staatsbibliothek wie die Stadt Berlin immer im Werden: „Wir bauen weiter.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar