Gesundheit : Ein fliegender Spürhund am Haken

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Die Windgeschwindigkeit am Boden: 3,2 Meter pro Sekunde – kein Problem für Lothar Hartmann, seinen Eurocopter AS 350 Ecureuil beim Start ruhig zu halten. Das muss er auch, denn er trägt 15 Meter unter sich ein Gerät namens Helipod am Haken, das mit meteorologischer Messtechnik und Elektronik vollgestopft ist.

Während der Phase des Abhebens sorgen der Meteorologe Thomas Spieß und die angehende Luftfahrtingenieurin Daniela Haas dafür, dass der Helipod ohne allzu großen Ruck den Boden unter den Kufen verliert. Die Vorstellung freilich, auch der weiße Hubschrauber sei prall gefüllt mit Auswertetechnik, kann man vergessen: Ein Mitarbeiter nimmt die Daten mit einem simplen Laptop in Empfang.

Nein, alles was zur Messung von Luftfeuchtigkeit und druck, Temperatur, ja, sogar von Winddaten notwendig ist, befindet sich in dem Kasten, der aussieht wie ein Flugzeugrumpf ohne Tragflächen. Zur genauen Positionsbestimmung ist er überdies ausgestattet wie ein ausgewachsener Airbus: Zwei Präzisionsempfänger für das Global Positioning System (GPS) und eine herkömmliche Trägheits-Navigationstechnik helfen, die gemessenen Daten dem jeweiligen Ort zuzuordnen.

Aber die Flügel eines solchen Helikopters wirbeln doch die Luft wie ein Quirl durcheinander? Lassen sich damit verlässliche Messungen erstellen? „Das ist kein Problem, sobald das Gespann Fahrt aufgenommen hat. Die Geschwindigkeit beim Flug führt dazu, dass störende Einflüsse erst weit hinter dem Helipod wirksam werden“, erläutert der Leiter des Experiments, Frank Beyrich.

In der Kühle höherer Luftschichten bleibt die Elektronik des fliegenden Spürhundes auch vor einer Gefahr relativ gut geschützt, die manches Messgerät am Boden schon dahingerafft hat: vor dem Hitzetod. Viele Chips stecken in den Kästen neben den Messsonden am Boden, der prallen Sonne voll ausgesetzt. Und da kann es schon einmal geschehen, dass die Kühlung der Bauteile nicht mehr ausreicht. gih

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