Gesundheit : Ein fünfter Arm der Milchstraße

Astronomen entdecken einen neuen Zweig unserer Galaxis

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Australische Forscher haben einen fünften Arm der Milchstraße entdeckt. Er umhüllt unsere Galaxis nach Ansicht von Naomi McClureGriffiths vom Australia National Telescope in Epping wie ein dichter Saum aus Gas. Wäre dieser Spiralarm am nächtlichen Himmel sichtbar, würde er vom Horizont bis zum Zenit reichen, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin „New Scientist“.

Naomi McClure-Griffiths und ihr Team sind diesem Spiralarm schon lange auf der Spur. Seit 1998 haben sie die Verteilung des Gases in unserer Milchstraße mit Radioteleskopen systematisch aufgenommen und bereits im Vorjahr Vermutungen über einen fünften Arm aufgestellt. Er umgibt das Zentrum der Milchstraße im Abstand von 60000 Lichtjahren: Selbst Licht würde 60000 Jahre benötigen, um die Distanz zurückzulegen.

Die Erde und die Sonne sind nur 30000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt und liegen auf dem Orion-Arm. Noch weiter innen schlängeln sich der Sagittarius- und ein weiterer Spiralarm um das Herz unsrer Galaxis, während sich der Perseus-Arm weit außen um die Milchstraße windet.

„Man kennt bislang allerdings nur Teile der Spiralarme“, sagt Axel Quetz vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Die gesamte Gestalt unserer Galaxis ist bisher nur recht wenig erforscht. Selbst mit den besten Teleskopen ist die Spiralstruktur nur schwer zu erfassen. Wir sitzen nämlich mittendrin in dem Gewimmel aus Sternen, Gas- und Staubwolken. Die Spiralform der Nachbargalaxien können wir dagegen aus der Ferne sehr gut erkennen.

Die Spiralarme sind viel heller als ihre Umgebung, weil in ihnen sehr viel mehr neue Sterne entstehen. In ihnen sammeln sich besonders viel Gas und Staub. Wie Wellen, die vermutlich bei der Begegnung und Verschmelzung mit anderen Galaxien ausgelöst wurden, laufen die Arme um das Zentrum der Milchstraße. Wenn eine Gas- oder Staubwolke in eine solche Welle hineingerät, wird sie auf Grund der erhöhten Schwerkraft beschleunigt. Verlässt die Materie den Arm wieder, wird sie dagegen abgebremst. So bleibt die Materiedichte innerhalb der Spiralarme stets größer als außerhalb.

Naomi McClure-Griffiths hat Regionen sehr hoher Wassserstoffgas-Dichte in den Außenregionen der Milchstraße aufgezeichnet. So stieß sie auf den Spiralarm, der einst mit einem anderen Arm der Galaxis verbunden gewesen sein könnte. tdp/dpa

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