Gesundheit : Ein Herz für Naturwissenschaftler

Glücklicher Präsident (2) weiht Informationszentrum Adlershof ein

Marén Balkow

„An einem Tag wie diesem müssen wir innehalten, um das Positive zu würdigen.“ Jürgen Mlynek, Präsident der Humboldt-Universität, eröffnete gestern das Erwin Schrödinger-Zentrum, die naturwissenschaftliche Bibliothek der HU auf dem Campus Adlershof. Der streitbare Präsident warb dafür, die Zwistigkeiten in der Hochschulpolitik für ein paar Stunden beiseite zu lassen – und gemeinsam zu feiern. Auch wenn der Ehrengast fehlte. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit ließ sich entschuldigen: Er müsse sich auf die am Mittag beginnende Sparklausur des Senats vorbereiten. Eines der brisanten Themen: Mögliche weitere Einsparungen an den Berliner Universitäten.

„Die Politik ist ihrer Verpflichtung gegenüber dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort hier vollkommen gerecht geworden“, lobte Mlynek. Dafür sei er dankbar. Der neue Campus in Adlershof wird mit Mitteln des Bundes und des Landes finanziert.

Das Erwin Schrödinger-Zentrum gilt als „Herzstück“ des naturwissenschaftlichen Standortes der Humboldt-Universität, der Forschungs- und Technologielandschaft in Adlershof. So integriert der 40 Millionen Euro teure Neubau Bibliothek, Rechenzentrum, Hörsäle und multimediale Video- und Audiostudios sowie einen Café- und Konferenzbereich. Das sei in dieser Form deutschlandweit einmalig und fände auch in der Welt kaum ein Pendant, sagte Daniel Gössler, einer der verantwortlichen Architekten. Gössler hält in seinem Bau „die soziale Komponente“ für entscheidend. An Bibliothek und Rechenzentrum kommt in Zukunft kein HU-Student der Naturwissenschaften mehr vorbei. Das nach dem Berliner Nobelpreisträger in Physik (1933) benannte Erwin Schrödinger-Zentrum soll Studierende und Forscher an den weitab von der Mitte Berlins im Südosten der Stadt gelegenen Campus locken.

„Der Bau ist vollkommen nutzerorientiert“, sagt der Architekt. An jedem der 300 Leseplätze der Bibliothek – in Adlershof zusammengeführt aus ehemals acht Zweigstellen – gibt es einen Internet-Zugang. Der technisch hochmoderne Ort der Wissensvermittlung ist gleichzeitig sichtbar geschichtsträchtig. Überall in dem neu erbauten Komplex lassen sich Wände aus altem Ziegelstein wieder entdecken – restaurierte Überbleibsel der verfallenen, aber denkmalgeschützten Flugzeughallen der bis 1945 genutzten Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof.

„Adlershof ist ein zukunftsträchtiger Ort zur Profilbildung der Naturwissenschaften“, sagte Mlynek. Nun dürften aber auch die Geisteswissenschaften nicht vergessen werden, die Räume der Staatsbibliothek nutzen. Der Präsident hofft, „bald auch in Mitte bauen zu können.

Der Campus Adlershof im Internet:

www.hu-berlin.de/hu/adlershof/

0 Kommentare

Neuester Kommentar