Gesundheit : Ein Schritt zur Zwangsexmatrikulation Senat der FU Berlin beschließt neue Ordnung/Projekttutorien bedroht

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Die Fortsetzung der Projekttutorien an der Freien Universität Berlin im kommenden Semester steht in Frage. Zwei widerstreitende Anträge einer Expertenkommission und des Präsidiums über die künftige Ausgestaltung dieser studentischen Veranstaltungen sind am Mittwoch im Akademischen Senat der Hochschule gescheitert. Für eine neue Ausschreibung der Tutorien ist damit die Zeit praktisch abgelaufen. Der Senat verhandelt in vier Wochen noch einmal über dieses Thema.

Beschlossen wurde bei dieser Sitzung eine Änderung der Satzung für Studienangelegenheiten. Danach ist künftig für Studenten nicht nur die Teilnahme an einer Studienberatung verpflichtend. Sie sind darüber hinaus verpflichtet, Studien- und Prüfungsleistungen innerhalb einer festgelegten Frist nachzuweisen, wenn dies von ihnen verlangt wird. Tun sie das nicht, können sie zwangsweise exmatrikuliert werden. PDS und SPD haben bereits signalisiert, dass sie dem zustimmen wollen. Allerdings hat die Hochschule bisher keine klaren Kriterien für die Auflagen festgelegt. Auch Details, wie beispielsweise Beschwerdestellen, wurden bisher nicht geregelt.

Die Projekttutorien wurden noch als „Kind“ der rot-grünen Koalition 1989 begonnen. Dieser Veranstaltungstyp setzt auf die Initiative der Studenten. Unter anderem ging der bundesweit einmalige Reformstudiengang Medizin daraus hervor. Aus den meist praxisnahen Übungen entstanden Ausstellungen und Bücher, Examensarbeiten und Promotionsthemen. Eine Kommission hat nun vorgeschlagen, dass dort künftig Leistungsnachweise erworben werden können. Außerdem sollten die Gruppen weiterhin fächerübergreifend arbeiten und die Mittel nicht bei den Fachbereichen angesiedelt werden. Nachdem das FU-Präsidium die Tutorien im vergangenen Jahr bereits halbiert hat, arbeiten noch rund 20 Gruppen. rt

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