Gesundheit : Ein Schwein in Strümpfen Hirnforscher begrüßt FU-Beginner

Anja Kühne

„93 1582 – eine Scheune mit Heu drin, dort sitzt ein Schwein mit Strümpfen und stößt in der Nacht einen Schrei aus.“ Noch nie haben die Erstsemester bei einer Immatrikulationsfeier der Freien Universität so Bizarres gehört wie an diesem Mittwoch. Der Bremer Hirnforscher Gerhard Roth erklärte den Anfängern, wie man das Gedächtnis so nutzt, dass der Stoff aus den ersten Seminaren sich nicht sofort wieder verflüchtigt.

Das Gehirn mag es, wenn es etwas erfährt, das es einer seiner bereits vorhandenen Schubladen einordnen kann, erklärte Roth. Es ist eine Kommode, in die aber umso mehr reinpasst, je mehr schon drin ist. Auch mag es das Gehirn, emotional angesprochen zu werden, es ist sensationslüstern. Lieber sind ihm grelle Farben als graues Einerlei. „Je merk-würdiger, desto besser“, sagte Roth. Also sollten die Studenten der Denk-Kommode helfen, indem sie die trockenen Fakten entsprechend aufmotzen. Zahlen wie 93 1582 zum Beispiel. Für neun merkt Roth sich reimend „Scheun“ für drei „Heu“, für eins „Schwein“ und so weiter. An den Satz, den er sich dann überlegt, kann er sich leichter erinnern als an die Zahl.

Ein Vertreter des Asta begrüßte die neuen Kommilitonen mit der klassischen Klage über die „miserablen“ Studienbedingungen an der FU. Er habe erst gestern im Stehen an einem Seminar teilnehmen müssen, so überfüllt war es. Der FU-Präsident Peter Gaehtgens konterte, er sei sich mit dem Asta darin einig, dass die Politik die Bildungseinrichtungen besser fördern müsse. Trotzdem ist die FU für Gaehtgens „eine tolle Uni in einer tollen Stadt“. Damit die Neuen das nicht gleich wieder vergessen, bekamen sie eine Stofftasche mit großem FU-Wappen als praktische Gedächtnishilfe geschenkt.

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