Gesundheit : Ein Stern als Rest vom Supernovafest

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Die spanische Astronomin Pilar RuizLapuente glaubt, einen lange vermissten Stern entdeckt zu haben: jenen Himmelskörper, der im Jahr 1572 eine Explosion auslöste und als „neuer Stern“ am Himmel Aufsehen erregte. Als naher Begleiter eines „Zwergsterns“ lieferte er den Brennstoff für die außergewöhnliche Erscheinung, die Astronomen vor mehr als 400 Jahren beobachteten. Das berichten Ruiz-Lapuente und ihre Kollegen im aktuellen Fachblatt „Nature“ (Band 431, Seite 1069).

Der „neue Stern“ blitzte am 11. November 1572 auf. Der dänische Astronom Tycho Brahe erblickte ihn im Sternbild Cassiopeia. Aber schon kurz nach dem Aufflammen verblasste das Objekt wieder. Die Erscheinung hätte die damalige Vorstellung, dass der Himmel unveränderlichi ist, erschüttern können. Doch dazu kam es nicht. Denn die Astronomen redeten das Ereignis bald wieder klein, ordneten das Objekt nicht der Fixsternsphäre zu und nahmen an, es sei nicht aus perfekter himmlischer Materie gemacht.

Als dann vor genau 400 Jahren, zwischen Oktober 1604 und den ersten Monaten des Jahres 1605 erneut ein Stern am Himmel auftauchte und wieder verschwand, war es Galileo Galilei, der Brahes Interpretation und die anderer Gelehrter in Frage stellte. Er nahm das Phänomen ernst und sah in dem Objekt einen echten Stern. Damit behielt er Recht, wenn er auch nicht ahnen konnte, wie viel Materie zusammenkommen musste, um das vorübergehende Himmelsspektakel, eine Supernova, in Gang zu setzen.

An der Supernova von 1572 waren zwei Sterne beteiligt. Der eine von ihnen, ein „Weißer Zwergstern“, saugte den nun entdeckten Begleitstern zeitweilig aus. Unter den Unmengen aufgesammelter Materie kollabierte der Zwerg und sprengte seine äußere Hülle ins All. Der Begleiter, der unserer Sonne ähnelt, hat die Supernova-Explosion offenbar überlebt. Ihn glauben die Forscherin von der Universität Barcelona und ihr Team jetzt nach einer akribischen Durchmusterung des Himmels gefunden zu haben. tdp

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