Gesundheit : Ein Wettlauf gegen die Zeit

Jahr für Jahr sterben mehrere 1000 Arten aus

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Niemand weiß, wie groß die Artenvielfalt auf der Erde wirklich ist. Und noch ehe wir sie kennen gelernt haben, gehen Jahr für Jahr vermutlich mehrere 1000 Arten unwiederbringlich verloren: Insekten, Pflanzen und Mikroorganismen, die nur an ausgewählten Orten der Welt heimisch sind. Sie sterben aus, weil ihnen der Raum zum Leben fehlt.

Der Druck auf die Ökosysteme ist groß. Bereits heute leben auf jedem Quadratkilometer des Globus durchschnittlich 40 Menschen - viele davon in Hunger und Armut. Das macht es vielerorts fast unmöglich, artenreiche Wälder, Feuchtgebiete oder Küstenregionen aus der Nutzung auszuklammern.

Am heutigen Montag beginnt im südafrikanischen Johannesburg der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung. Dort geht es unter anderem darum, wie wir besonders schützenswerte Wälder und Ökosysteme langfristig bewahren können. Aber auch darum, wie sich der Gewinn aus den natürlichen Ressourcen eines Landes gerechter verteilen lässt. Pharmafirmen zum Beispiel haben deren Wert längst entdeckt. Mehr als die Hälfte der meistverschriebenen Medikamente in den USA basieren auf tierischen oder pflanzlichen Inhaltsstoffen.

Es gibt bereits einige wirkungsvolle Instrumente zum Artenschutz. Dazu gehört das Washingtoner Artenschutzabkommen. Dieser Vertrag wurde am 3.März 1973 geschlossen, um einzelne Arten durch internationale Handelsbeschränkungen zu schützen: etwa Reptilien oder Raubkatzen, deren Häute und Felle begehrt sind. 160 Staaten haben das Abkommen seither unterzeichnet. Und tatsächlich ist der Handel mit einigen Spezies, mit lebenden Papageien oder Affen, deutlich zurückgegangen.

Viel bedrohlicher für die biologische Vielfalt auf unserem Planeten als die Jagd auf einzelne Tierarten ist jedoch die Rodung großer Waldgebiete am Amazonas, im Kongo-Becken oder in Süd-Ost-Asien. Wir können nur grob schätzen, wie viele Arten dort jährlich verschwinden. Einmal ausgestorben, bleibt uns für immer verborgen, welche Bedeutung sie in der Gemeinschaft der Lebewesen hatten. Für Forscher, die bemüht sind, das Wunder der Natur zu erfassen, ist es ein Wettlauf gegen die Zeit. Thomas de Padova

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