Gesundheit : Eine Chance für bedrohte Kulturen

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Die Westlichen !Xõo zerlegen den Vorgang des Bringens in seine logischen Bestandteile des Nehmens und Übergebens. Solche komplexen Verbkonstruktionen werden in dem in Namibia lebenden Volk von Generation zu Generation weitergegeben. Aber wie lange noch? Nur hundert Sprecher dieser bislang unbeschriebenen Sprache gibt es heute. Forscher vom MaxPlanck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und vom Afrika-Institut der Universität Hamburg dokumentieren die Sprache jetzt – „nicht zuletzt, um das kulturelle Selbstbewusstsein der Sprechergemeinschaft zu stärken“, sagt Tom Güldemann vom Leipziger MPI.

Bislang 25 solcher Projekte fördert die Volkswagen-Stiftung seit dem Jahr 2000 – mit 9,2 Millionen Euro. Weitere sollen hinzukommen. Eine Dokumentation der erforschten bedrohten Sprachen hat die Stiftung jetzt veröffentlicht. Gefördert werden nicht nur deutsche Forschergruppen; beteiligt sind unter anderem auch die Rijksuniversität Leiden (Niederlande) und die University of Victoria (Kanada).

Die Universität Kiel und die australische Monash University untersuchen die Sprachen Saliba und Logeia in Papua-Neuguinea. Dort interviewen jüngere Einheimische ihre älteren Verwandten – und werden dabei von den westlichen Wissenschaftlern gefilmt. -ry

Bestellt werden kann die 66-seitige Broschüre kostenfrei bei der Volkswagen-Stiftung; telefonisch unter: 0511-8381381 – oder via E-mail: jung@volkswagenstiftung.de

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