Gesundheit : Eine Reise zum Planeten Mars: Das Raumschiff müsste möglicherweise im Weltraum zusammengebaut werden

tdp

Im Abstand von nur wenigen Monaten hat die amerikanische Weltraumbehörde Nasa zwei Marssonden verloren: den "Mars Climate Orbiter" und den "Mars Polar Lander". Die bereits geplanten Folgemissionen sind nun erst einmal verschoben worden. Erst im Mai 2003 soll wieder ein Raumschiff zu unserem Nachbarplaneten aufbrechen. Ob dann ein Orbiter in die Umlaufbahn einschwenken oder ein großes Erkundungsfahrzeug auf dem Mars aufsetzen wird, darüber entscheidet die Nasa im nächsten Monat. Die ersten Bodenproben vom Mars können den neuen Plänen zufolge nicht vor 2008 auf der Erde eintreffen.

Bis der erste Mensch seinen Fuß auf den Marsboden setzt, können noch Jahrzehnte verstreichen. Trotzdem gibt es bereits Vorschläge für eine bemannte Mars-Expedition. Am einfachsten wäre eine direkte Landung auf der Marsoberfläche ohne ein Mutterschiff, das den Planeten umkreist. Der US-Raumfahrt-Ingenieur Robert Zubrin, Präsident der Mars Society, glaubt, dass ein solches Projekt für 40 bis 60 Milliarden Mark innerhalb weniger Jahre zu realisieren wäre.

Etwa doppelt so teuer wäre die in nebenstehender Grafik skizzierte "Referenz-Mission" der Nasa. Sie zeichnet sich durch umfassendere Sicherheitsvorkehrungen und ein größeres Astronautenteam aus, wie in der jüngsten Ausgabe von "Spektrum der Wissenschaft" berichtet wird. Die Mannschaft soll demnach mit einem Passagierschiff zum Mars fliegen und mit einem kleinen Landefahrzeug die Atmosphäre des Planeten durchqueren. Am Boden angekommen, stieße die Crew auf das bereits vorausgeschickte Lastschiff. Eine Rückkehrkapsel garantiert die Verbindung zum Passagierschiff, mit dem sie den Roten Planeten nach anderthalb Jahren wieder verlässt - der günstigste Termin für einen Rückflug. Denn die Reise zwischen Erde und Mars ist auf Grund der Konstellation der Planeten nur alle 26 Monate in kurzer Zeit zu bewältigen.

Das größte Problem bestünde darin, ein schwer beladenes Raumschiff ins All zu befördern. Es gibt derzeit keine Trägerrakete, die die erwartete Last von mehreren hundert bis tausend Tonnen zu transportieren vermag. Moderne Raumfähren können nur bis zu knapp 25 Tonnen Fracht mitnehmen, nicht jedoch die Last, die früher eine Saturn-V-Rakete oder eine Energija-Rakete in den Weltraum bringen konnte. Der Bau solcher Großraketen gilt heute als unwirtschaftlich. Aber am Marshall-Raumflugzentrum der Nasa in Huntsville liegen inzwischen aber Pläne für ein "Magnum"-Transportschiff vor, das 80 Tonnen aufnehmen könnte. Immer noch zu wenig, um die ersten Mars-Menschen auf Reisen zu schicken, aber genug, um die Einzelteile für ein Marsschiff in den Weltraum zu bringen und es erst in einer Erdumlaufbahn zusammenzubauen.

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