Gesundheit : Eine Studie in Niedersachsen fordert mehr Freiheiten für die Hochschulen

Niedersachsen hat seine Hochschulen von Wissenschaftlern und Unternehmern einem so genannten Landes-TÜV unterziehen lassen. "Wir wollen Schwerpunkte der Landespolitik auf den Prüfstand stellen", erläuterte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Sigmar Gabriel, in Hannover. Die Studie komme zu dem Ergebnis, dass die Hochschulen mehr Autonomie bräuchten. Sie müssten ihre Verantwortung neu definieren und klare Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit dem Land treffen. Daraus solle sich dann ein Innovationspakt zwischen der Landesregierung und den Hochschulen ergeben.

Als Projektleiter kritisierten die Professoren Rolf Heinze von der Ruhr-Universität Bochum und Ferdinand Müller-Rommel von der Universität Lüneburg in ihrem Bericht veraltete Managementstrukturen. An vielen Hochschulen seien "Erbhöfe und Kleinstaaterei" entstanden. Dadurch fehle oft das gemeinsame Ethos, das viele Universitäten im Ausland so attraktiv mache. Die Hochschulen in Niedersachsen brauchten mehr Selbstbestimmung, damit wichtige Entscheidungen von ihnen verantwortet werden könnten.

Landeswissenschaftsminister Thomas Oppermann bewertete den Bericht des Landes-TÜV als wichtige Unterstützung für seine Reformpolitik. Die Hochschulen müssten für den internationalen Wettbewerb fit gemacht werden. Qualität und Leistung sollten gesteigert werden. Wichtige Unterstützung dafür sei das von ihm geplante neue Hochschulgesetz, das er von bisher 160 auf 80 Paragraphen kürzen wolle. Die Hochschulen sollten nicht länger staatlich gegängelt werden. "Ich will Gestaltungsaufgaben den Hochschulleitungen übertragen", sagte der SPD-Politiker. Das TÜV-Papier gebe ihm dafür grünes Licht.

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