Gesundheit : Eine Waschmaschine nach Bienenart

Fachhochschulen präsentieren sich

Anne Strodtmann

Von der Natur zu lernen, ist das Prinzip der Bionik. Unter den natürlichen Strukturen haben es vor allem die Hexagone, die regelmäßigen Sechsecke, wie sie etwa Bienen konstruieren, den Technikern angetan. Material, dessen Struktur nach diesem Prinzip hergestellt wird, hat besonders günstige Eigenschaften. In den Forschungslabors der Technischen Fachhochschule ist in Zusammenarbeit mit der Industrie eine Waschmaschinentrommel mit dieser Struktur entwickelt worden, die sparsamer und schonender für die Wäsche sein soll. Zu sehen ist die Trommel in einer Ausstellung zu Forschung und Entwicklung in Berlin, die von allen sieben Berliner Fachhochschulen getragen wird.

Als die Fachhochschulen vor 30 Jahren gegründet wurden, war eine Forschungstätigkeit nicht vorgesehen. Wenn jedoch heute in Berlin mehr als 2000 Diplomarbeiten an den Fachhochschulen entstehen, werten diese das als Beweis für die Breite und Vielfalt des Forschungsansatzes. In den Diplomarbeiten spiegelt sich aber auch die Bedeutung der praxisorientierten Forschung der Fachhochschulen für die kleinen und mittleren Unternehmen wider, die sich keine eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeit leisten könnten.

Die Forschung ist in der Zwischenzeit neben der Lehre zu einer wichtigen Säule der Fachhochschulen geworden. Mit Recht werde Forschung auch von den Fachhochschulen erwartet, so der Präsident der Technischen Fachhochschule, Gerhard Ackermann. Da die Haushaltsmittel in immer stärkerem Maße auch nach den Leistungen der Hochschulen vergeben werden, könnten nur die Fachhochschulen sie bekommen, die auch in der Forschung erfolgreich seien.

Gegen Hemmnisse kämpfen

Allerdings haben die Fachhochschulen bei der Forschung mit Hemmnissen zu kämpfen: Die Lehrbelastung der Hochschullehrer ist doppelt so hoch wie an den Unis, den Fachhochschulen fehlt der akademische Mittelbau, und ihre räumliche, personelle und technische Infrastruktur ist vorwiegend auf die Lehre ausgelegt. Das habe zur Folge, dass sie die Bedingungen für die Vergabe von Drittmitteln, rund 20 Prozent der Kosten für ein Forschungsvorhaben aus eigenen Mitteln zu erbringen, oft nicht erfüllen könnten, wie die Rektorin der Alice-Salomon-Fachhochschule und Sprecherin der Berliner Fachhochschulen, Christine Labonté-Roset, erläuterte.

In der Ausstellung werden 60 Forschungsprojekte vorgestellt. Neben der Waschmaschine etwa das Modell eines Fertighauses, das je nach Größe der Familie und Kapazität des Geldbeutels „mitwächst” – oder wieder schrumpfen kann. Mit dem Projekt „Ökoprofit” soll der Beweis angetreten werden, dass ökologisches Wirtschaften auch ökonomisch sinnvoll ist. Ein anderes Projekt stellt Methoden für das Wissensmanagement in Krankenhäusern vor. Vorträge ergänzen die Ausstellung.

Mehr zum Thema im Internet unter:

www.fachhochschulen-in-berlin.de

Die Ausstellung ist am 6. November in der

Pufendorfstraße 11 in Friedrichshain von

10 bis 19 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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