Gesundheit : Eine Welt aus Eis und Fels

Großer Himmelskörper am Rand des Sonnensystems entdeckt

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Am Rand unseres Sonnensystems scheint ein neuer Himmelskörper auf: „Quaoar“ ist eine Welt aus Eis und Fels. Er ist mit 1300 Kilometern Durchmesser halb so groß wie der Planet Pluto. Und seit der Entdeckung Plutos vor 72 Jahren haben Astronomen keinen derart großen Himmelskörper in unserem Sonnensystem mehr gefunden.

Michael Brown und Chadwick Trujillo vom California Institute of Technology in Pasadena spürten den Riesen von der Erde aus mit einem Teleskop auf. Sie sahen ihn zunächst nur als wanderndes Pünktchen am Himmel. Erst das Hubble-Weltraumteleskop bot ihnen die Möglichkeit, ihn näher zu heranzuzoomen.

Aus dem Pünktchen wurde eine kleine Scheibe. Die Astronomen nannten den Himmelskörper „Quaoar“, wie jene in der Gegend von Los Angeles einst verehrte indianische Gottheit, die vom Himmel auf die Erde kam, um Chaos in Ordnung zu verwandeln. „Quaoar“ ist sechseinhalb Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, deutlich weiter noch als Pluto. Und anders als dieser fährt er auf einer nahezu kreisförmigen Bahn um die Sonne. 288 Jahre braucht „Quaoar“ für einen Umlauf.

„Quaoar“ gehört zu einer ganzen Schar von dunklen, kalten Himmelskörpern am Rand unseres Sonnensystems, die nach und nach zum Vorschein kommen. Seit 1992 haben Forscher 500 solche Himmelskörper jenseits des Planeten Neptun entdeckt. Sie bilden einen Gürtel um das innere Sonnensystem und bestehen etwa zur Hälfte aus Wasser und zur Hälfte aus Staub und Steinen.

Auch Pluto gehört zu ihnen. Er hat eine eigene Atmosphäre und ist viel heller als „Quaoar“ und die anderen Eiskörper. Doch wäre Pluto nicht vor 72 Jahren entdeckt worden, sondern erst in der zurückliegenden Dekade, dann wäre er bestimmt nicht als Planet bezeichnet worden, meint Michael Brown.

Pluto und die zahlreichen Himmelskörper in diesem Gürtel haben die viereinhalb Milliarden Jahre, die seit der Entstehung unseres Sonnensystem vergangen sind, nahezu unverändert überstanden. Hin und wieder geraten einige von ihnen aus ihren stabilen Bahnen und stürzen als Kometen der Sonne entgegen. Astronomen gehen davon aus, dass in der Vergangenheit sehr viele eisige Kometen unsere Erde trafen und so das Wasser hierher brachten, das heute unsere Ozeane füllt.

Vermutlich harren dort draußen noch viel größere Himmelskörper als „Quaoar“ ihrer Entdeckung. Obwohl Astronomen heute zu fernen Galaxien schauen, ist über den Aufbau und die Geschichte unseres eigenen Sonnensystems immer noch recht wenig bekannt. tdp

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