Gesundheit : Einhäupl und Winnacker: Wir denken strategisch

Die Chefs des Wissenschaftsrats und der DFG sehen keine politische Einflussnahme

-

Im Folgenden dokumentieren wir eine Stellungnahme Karl-Max Einhäupls, des Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, und Ernst-Ludwig Winnackers, des Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Am 20. Januar werden im Rahmen der ersten Runde der Exzellenz-Initiative für alle drei Förderlinien die Universitäten ausgewählt, die in die nächste Stufe des Verfahrens weiterrücken, das heißt Vollanträge stellen dürfen. Ziel des Wettbewerbs in der dritten Förderlinie ist, die Universitäten zu ermitteln, die als Institution in die internationale Spitzengruppe aufschließen können. Um sie zu finden und die staatlichen Finanzströme dahin zu lenken, wo sie zu größtmöglichen Erträgen für die deutsche Forschungslandschaft führen, bedarf es keiner machtpolitischen Einflussnahme, wohl aber strategischen Denkens. Und dazu sind, wie wir als Vorsitzender des Wissenschaftsrats und als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den vergangenen Jahren mehrfach erfahren durften, nicht nur Politiker in der Lage.

Die Entscheidung darüber, wer im mehrstufigen Verfahren der Exzellenz-Initiative reüssiert, trifft allein die Gemeinsame Kommission von Deutscher Forschungsgemeinschaft und Wissenschaftsrat. Sie besteht aus Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen und orientiert sich ausschließlich an der wissenschaftlichen Qualität der Antragsskizzen. Auch wenn dies manchen überraschen mag: Das Auswahlverfahren der Exzellenz-Initiative verzichtet ganz bewusst auf eine politische Einflussnahme.

Die endgültige Entscheidung, an welche Universitäten welche Mittel fließen, trifft die wissenschaftliche Seite im Oktober dieses Jahres gemeinsam mit den Geldgebern im Bewilligungsausschuss. Aber auch hier gilt: Die Wissenschaftler haben mit 39 Stimmen eine deutliche Mehrheit gegenüber den 32 Stimmen der Politiker. Die Politik kann die Entscheidung der Wissenschaft nicht überstimmen. Das macht die Reputation der Exzellenz-Initiative aus und damit auch die der erfolgreichen Antragsteller.

Die Universitäten, die in der ersten Ausschreibungsrunde keinen Erfolg haben, werden vielleicht enttäuscht sein. Aber: Schon die Beteiligung am Wettbewerb hat positive Effekte erzeugt, wie wir aus vielen Universitäten gehört haben. Sie hat Aufbruchsstimmung und neuen Schwung in die Universitäten gebracht, die corporate identity und interne Kommunikation gefördert, das strategische Denken gestärkt und viele neue Ideen geboren. Um diesen Ideen zur Realisierung zu verhelfen, wird die Gemeinsame Kommission den Universitäten und den Ländern mitteilen, welche Vorschläge und Maßnahmen uns besonders förderungswürdig erscheinen, unabhängig davon, ob es zu einer Antragstellung kommt. Die zweite Runde des Wettbewerbs wird mit der Ausschreibung im Februar 2006 beginnen. Einzelne Länder haben bereits angekündigt, dass sie die aus den Universitäten kommenden Impulse für ihre Hochschulgesetzgebung aufgreifen werden. Wir sind daher überzeugt, dass alle Universitäten von diesem Wettbewerb profitieren werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben