Gesundheit : „Einzelne Schreibweisen freigeben“

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Im Streit um die Rechtschreibung hat die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen Kompromiss vorgeschlagen: Manche Neuerungen sollten beibehalten werden, einzelne Schreibweisen freigegeben werden. „Wir haben in Deutschland vielleicht zu lange zu sehr auf Einheitlichkeit gedrängt“, sagt der Vorsitzende der Sprach und Rechtschreibkommission der Akademie, Hans-Martin Gauger. Es sollte dem Schreibenden beispielsweise freigestellt bleiben, ob er „ein dutzend mal“, „ein Dutzend Mal“ oder „ein Dutzendmal“ schreiben will.

„Man kann einfach abwarten, welche Schreibung sich durchsetzt“, sagt Gauger. Die Akademie sei nicht für die völlige Rücknahme der Reform, sondern für einen „Rückbau“ der umstrittenen Regelungen. Einzelne Verbesserungen wie etwa die Vereinheitlichung, „ß“ nach langen und „ss“ nach kurzen Vokalen zu schreiben, sollten beibehalten werden.

Mit Gaugers Vorschlägen könnte sich schon bald der Rat für die deutsche Rechtschreibung beschäftigen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) will bis September ein mit den anderen deutschsprachigen Ländern abgestimmtes Konzept über Aufgaben, Zusammensetzung und Befugnisse des Rates vorlegen. Das Gremium, das die zwischenstaatliche Kommission für die deutsche Rechtschreibung ablöst und in dem auch Kritiker der Reform mitarbeiten sollen, könne dann noch im Herbst seine Arbeit aufnehmen. Der Rat soll „die Entwicklung des Schriftgebrauchs beobachten und das Regelwerk gegebenenfalls dort anpassen, wo es notwendig ist“. -ry/dpa

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