Gesundheit : Eiskörner aus rauchenden Wolken

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Aerosol bedeutet wörtlich „Lösung in Luft“. Es kann sich um flüssige oder feste Teilchen handeln. Atmosphärische Aerosole sind demnach kleine, in der Luft schwebende Teilchen. Mit Durchmessern von etwa einem Nanometer (milliardstel Meter) bis zu mehr als zehn Mikrometern (millionstel Meter) sind sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Wie sich die Aerosole in der Luft genau verhalten, hängt stark von den äußeren Bedingungen ab. So steigen viele dieser winzigen Teilchen von Aufwinden aus den Waldbränden im Amazonasbecken stark beschleunigt aus den Wolken weiter in die Höhe. Dort scheinen die Wolken regelrecht zu rauchen. Weiter oben nehmen die Aerosole den dort ebenfalls vorhandenen Wasserdampf auf und wachsen langsam weiter. Groß genug zum Ausregnen werden die Minitröpfchen aber erst in Höhen über fünftausend Meter. Dort zeigt das Thermometer auch in den Tropen deutliche Minusgrade und die Feuchtigkeit kondensiert zu Eiskörnern , die zu Hagel anwachsen können. Dabei wird erheblich mehr Energie frei als beim Kondensieren zu Wassertröpfchen.

Diese Zusatzenergie treibt die Luftmassen an und kann unter Umständen sogar die großen Luftströmungen der Region verändern, die das Wetter steuern.

Statt eines warmen tropischen Regenschauers entstehen kalte Hagelgewitter mit kräftigen Sturmböen. Ob die hohen Gewitterwolken aber insgesamt mehr oder weniger Niederschlag bringen als die Regenwolken aus niedrigeren Höhen, weiß man noch nicht. Aber die Witterung der Region und wohl auch das Klima der weiteren Umgebung wird durch solche Aerosole aus Waldbränden durchaus verändert. RHK

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