Gesundheit : Elbefische: Zander und Quappe stets auf Sendung

tdp

Die Wanderlust ist von Fisch zu Fisch sehr unterschiedlich. Einige Elbefische kommen innerhalb eines Jahres über einen Radius von zwei bis fünf Kilometern nicht hinaus. Andere Fische derselben Art schwimmen von Havelberg bis nahe Hamburg, also mehr als 170 Kilometer weit.

Um die Wanderung der Elbefische zu studieren, haben Forscher 200 Fische mit kleinen Radiosendern versehen. Zander, Rapfen, Aland oder Blei können anhand der Signale zu jeder Zeit geortet und individuell erkannt werden. Mit dem seit 1997 gewonnenen Datenpool wollen die Forscher den Lebensraum und das saisonale Verhalten der Fische erkunden.

Der Biologe Frank Fredrich vom Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin hat besonders bei Zandern eine enge Bindung an ihren Winterstandort in Häfen oder in großen Altarmen beobachtet. Die Fische laichen auch dort, während die Rapfen und Alande die Winterstandorte vor der Laichzeit verlassen und im Strom laichen. Die Forscher sehen allerdings trotz zahlreicher Nebengewässer der Elbe einen Mangel an geeigneten tiefen und strömungsberuhigten Winterstandorten.

Auch Quappen hat Fredrich bei ihren 100 Kilometer langen Wanderungen verfolgen können, falls ihnen über die Staustufe Geesthacht geholfen wurde. "Da auf deutschem Territorium in der Elbe nur die Staustufe bei Geesthacht existiert, könnten die Fische nahezu 600 Kilometer wandern - was sie gewiss auch tun", meint Fredrich. "Man muss sie nur lange genug beobachten."

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