Gesundheit : Elite mit Überraschung

Wissenschaftsrat zum Stand des Uni-Wettbewerbs

Uwe Schlicht

In der ersten Runde des Elite-Wettbewerbs wird es bei der Abschlussentscheidung „Überraschungen und Bestätigungen“ geben. Das hat jetzt Peter Strohschneider, der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, erklärt. Für den Elitestatus sind zehn Universitäten in die engere Wahl gekommen, darunter die Freie Universität Berlin. Sie werden zurzeit vom Wissenschaftsrat und den Gutachtern begangen. Von Politikern war wiederholt eine Zahl von fünf bis zehn Eliteuniversitäten ins Gespräch gebracht worden. Da jedoch über diesen Status in zwei Runden entschieden wird, ist es durchaus möglich, dass der Wissenschaftsrat in der ersten Runde die Anträge strenger beurteilt als in der zweiten Runde. Wenn jetzt schon zu viele Universitäten den Elitestatus erhielten, könnten die Antragsteller für die zweite Runde entmutigt werden, hieß es.

Die Entscheidung in der ersten Runde wird am 13. Oktober verkündet. Zwischen dem 10. und 13. Oktober beraten Mitglieder der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats abschließend über die Anträge, die in die letzte Runde gekommen sind. Am 13. Oktober stoßen die Wissenschaftspolitiker aus den Ländern zu den Experten hinzu und treffen gemeinsam die Entscheidungen. In dieser gemeinsamen Kommission haben die Wissenschaftler mit 39 Stimmen eine Mehrheit gegenüber den 32 Stimmen der Politiker.

Der Wissenschaftsrat gab erste Zahlen zu den Bewerbungen für die zweite Runde im Elite-Wettbewerb bekannt. 21 Unis bewerben sich um den Elitestatus, aus Berlin die Technische und die Humboldt-Universität. 136 Anträge gibt es auf die Einrichtung von Graduiertenschulen, 144 auf Forschungscluster. Die Entscheidung fällt hier im Herbst 2007.

Nach der Entscheidung in der Föderalismusreform, dass der Bund sich in der Lehre engagieren darf, werde jetzt alles davon abhängen, wie Bund und Länder bei der Bewältigung des Studentenbergs zusammenarbeiten, sagte Strohschneider. Er warnte davor, den Aufbau neuer Studienplätze in einem Wettbewerbsverfahren nach dem Muster des Elite-Wettbewerbs in der Forschung zu vergeben und damit die DFG zu beauftragen. Das hatte der Sprecher der Wissenschaftsminister der CDU-regierten Länder, Peter Frankenberg, vorgeschlagen. Strohschneider sagte, Geld für die Lehre könne man nicht wie bei der Forschungsförderung vergeben. Bisher sei die Forschung gegenüber der Lehre privilegiert gewesen. 2007 will der Wissenschaftsrat Empfehlungen veröffentlichen, wie gute Lehre beurteilt werden soll.

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