Gesundheit : Eliteförderung:Merkel erklärt die Blockade

Amory Burchard

Die Union blockiert den Elitewettbewerb für die deutschen Hochschulen. Warum, versuchte die CDU-Vorsitzende Angela Merkel gestern 500 jungen Wissenschaftlern und Forschungsförderern beim „Forum Innovation“ der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag zu erklären. Die Exzellenzförderung dürfe nicht „Einfallstor der politischen Einflussnahme“ werden, wie es das Bundesforschungsministerium plane. Weder sollten Spitzenunis nach Länderproporz gekürt werden, noch dürfte sich die Forschungsförderung nach „Sekundärgesichtspunkten europäischen Gleichmaßes“ richten, appellierte Merkel.

Da aber nur noch über einen Punkt des 1,9 Milliarden Euro schweren Exzellenzprogrammes gestritten wird – die Förderung von „Gesamtstrategien“ einzelner Unis – geht Merkel davon aus, dass es bald starten kann. Dass Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) zuletzt gedroht hatte, den Bundesanteil von jetzt 75 Prozent der Fördersumme zu kürzen, falls das gesamte Programm auf Projektförderung umgestellt wird, kommentierte die CDU-Vorsitzende nicht.

„Mehr Geld für die Forschung an den Universitäten“, forderte der Historiker Paul Nolte (International University Bremen) als Vertreter der jungen Wissenschaftlergeneration. Es sei völlig falsch, die Wissenschaftsetats der Länder auszudünnen und die universitäre Forschung allein auf die Finanzierung durch Drittmittel zu verweisen. Diese Art der Forschungsfinanzierung habe so „komplexe und abschreckende Ausmaße“, dass sie ein Innovationshindernis sei.

Ebenso sollten die Unis zusätzliches Geld und Autonomie in Personalentscheidungen bekommen, um hoffnungsvolle Nachwuchswissenschaftler unbürokratisch an sich binden zu können – ohne Planstelle. Wenn es darüber hinaus gelänge, verlässliche Karrierepfade wie den Tenure Track für Juniorprofessoren zu eröffnen, könne Deutschland beim internationalen Ringen um die besten Köpfe besser mithalten.

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