Gesundheit : Empfängnisverhütung: Spermienbremse entdeckt

Ein bisher unbekanntes Eiweiß im Schwanz von Spermien könnte einen neuen Ansatzpunkt für die Entwicklung einer hormonfreien Verhütungsmethode bieten. Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass das CatSper genannte Protein für die Beweglichkeit und Fruchtbarkeit von Samenzellen unerlässlich ist, berichtet das britische Fachblatt "Nature" (Band 413, Seite 603). Denkbar sei, dass Männer oder Frauen zur Verhütung eine Substanz einnehmen, die das Protein blockiert und somit die Befruchtung der Eizelle verhindert.

Die Wissenschaftler um David Clapham vom Howard Hughes Medical Institute in Boston (US-Staat Massachusetts) hatten die Funktionsweise von CatSper an Mäusen untersucht. Sie erzeugten genetisch veränderte Mäuse, deren Spermien das Protein fehlte. In Verhalten oder Aussehen unterschieden sich die Tiere nicht von ihren normalen Artgenossen. Die Spermien der mutierten Mäuse wurden jedoch träge und unbeweglich. Zudem schafften sie es nicht, die Schutzhülle der weiblichen Eizelle zu durchbrechen. In den Versuchen wurde von 79 Eizellen keine einzige befruchtet.

Auch in menschlichen Spermien existiert das CatSper-Protein. Es bildet einen so genannten Ionenkanal, der den Transport von Kalzium- Molekülen in die Zelle hinein und wieder heraus reguliert. Wie bereits zuvor bekannt war, spielt Kalzium für die Beweglichkeit und Fruchtbarkeit von Spermien eine entscheidende Rolle. Im Hinblick auf die Entwicklung einer neuen Verhütungsmethode sei von Vorteil, dass CatSper ausschließlich in Spermien, nicht aber in Organen wie Herz, Gehirn oder Lunge vorkomme, schreiben die Wissenschaftler. Dies reduziere das Risiko möglicher Nebenwirkungen. Die Ergebnisse könnten bei der Suche nach Gründen für Unfruchtbarkeit von Männern helfen.

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