Gesundheit : Entblättertes Wissen

Die schönsten Schriften der Staatsbibliothek auf CD-ROM

Uwe Schlicht

Es ist wahrhaftig eine Galaxie des Wissens, die die Staatsbibliothek zu Berlin jetzt mit einer CD-ROM erschließt. Von den 10 Millionen Bänden, die die Staatsbibliothek verwahrt, werden zwar vorerst nur 78 besonders kostbare historische Druckschriften mit Hilfe der CD-ROM präsentiert. Aber diese Präsentation ist so einmalig gelungen, dass sie der Staatsbibliothek neue Benutzer und zusätzliche Freunde gewinnen wird.

Die historischen Druckschriften und Bücher aus früheren Jahrhunderten müssen vor Licht und Berührung geschützt werden, damit sie nicht weiteren Schaden nehmen. Vor jeder Ausstellung musste sorgfältig geprüft werden, ob die Schrift der Präsentation in einer Vitrine ausgesetzt werden durfte. Und wenn man dann einen Prachtband in der Vitrine sah, waren höchstens zwei Seiten aufgeschlagen, und der Besucher durfte keinesfalls in diesen Büchern blättern.

Klickt der Bücherfreund jetzt auf der CD-ROM auf der Eingangsgalaxis den wie ein Fixstern leuchtenden Punkt der Rara- Sammlung an, dann wird ihm der Prachtband des Franzosen Pierre Joseph Redouté: „Les Roses” gleich mit mehreren ästhetisch gelungenen Abbildungen der Rosen gezeigt. Ein Mausklick auf das Lupenzeichen am Rande – und schon erscheinen die Blütenblätter vergrößert in allen Details. Jede der kunstvollen Farbschattierungen wird sichtbar. Dazu erscheint an der Seite ein erläuternder Text, der auch ausgedruckt werden kann. Und eine akustische Kommentierung in deutscher oder englischer Sprache rundet die Präsentation ab.

Der Text einer hebräischen Bibel, der Biblia Hebbraica, wird mit dem Gesang eines Kantors vom Anfang der Genesis unterlegt. Die prachtvollen Buchpräsentationen aus der Zeit des Sonnenkönigs Ludwigs XIV. können mit dem Mausklick auf dem Bildschirm hin und her gewendet werden, so wie sie ein Besucher der „Stabi“ sonst nie in die Hand nehmen darf. Wer aus der umfangreichen Luthersammlung die 95 Thesen im Originaldruck lesen möchte, erkennt an dem lateinischen Text aus dem Jahre 1517, dass diese Thesen ursprünglich zur Disputation unter den Gelehrten der Wittenberger Universität gedacht waren.

Mit der CD-ROM betritt die Staatsbibliothek Neuland. Sie verlässt die klassische Vitrinenausstellung und eröffnet sich für die Zukunft ungeahnte Möglichkeiten. Wenn man bedenkt, welche Originalpartituren von Bach und Beethoven in den Magazinen lagern, so bietet sich deren Präsentation auf einer CD-ROM geradezu an: Weil sich das Notenbild mit Musik so wunderbar verbinden lässt.

Zur Einführung präsentiert die Staatsbibliothek ihre CD-ROM bis auf weiteres an sechs Terminals im Haus 1 Unter den Linden 8 und im Haus 2 in der Potsdamer Straße 33. Für 29,90 Euro ist die „Galaxie des Wissens“ an den Verkaufsständen in Haus 1 montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr und in Haus 2 donnerstags, freitags und sonnabends von 10 bis 16 Uhr zu haben.

Informationen im Internet unter:

www.galaxie-des-wissens.de

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