Gesundheit : Entzündungen durch Feinstaub

Paul Janositz

Um ganz feine Materie geht es an der Charité. Um Staub, dessen Partikel mit Durchmessern unter zehn Mikrometern (millionstel Metern) so klein sind, dass sie in die Lungenbläschen gelangen. „Dort können sie Entzündungen auslösen“, sagte Charité-Pneumologe Christian Witt am Donnerstag zur Eröffnung der zweitägigen Feinstaubkonferenz.

Schadstoffe und Pollen lagern sich an die Staubteilchen an und können bei empfindlichen Menschen zu Allergien, Asthma oder Bronchitis führen. Indizien dafür sieht Witt in der Zunahme von Krankenhauseinweisungen wegen Lungenproblemen an Tagen, an denen die Belastung mit Feinstaub sehr hoch ist.

Besonders gefährlich sind die ultrafeinen Partikel, deren Durchmesser unter 100 Nanometern (milliardstel Meter) liegt. „Sie gehen direkt ins Blut“, sagt Dieter Köhler, Präsident der Gesellschaft für Pneumologie. Dort würden entzündungsfördernde Substanzen freigesetzt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefördert. Menschen mit bereits geschädigtem Herzen oder geschwächtem Immunsystem seien besonders gefährdet.

„Das Gesundheitsrisiko steigt mit der Zahl der aufgenommenen Partikel“, sagt Michael Krzyzanowski, Experte der Weltgesundheitsorganisation. Eine einmalige hohe Belastung sei weniger gefährlich als langdauernde Aufnahme relativ geringer Mengen. Deutschland liegt bei der Feinstaubbelastung in der oberen Hälfte der EU-Staaten. Kein Wunder, sind die Quellen doch vor allem Industrie und Verkehr. Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge und technische Maßnahmen, die über den Einbau von Partikelfiltern hinausgehen, sollen auf der Konferenz diskutiert werden.

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