Gesundheit : Erbe gut, Fasern gut

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Ganz wesentlich regeln Erbanlagen unser Leistungsvermögen. Training kann diesen Anlagen nur zur Blüte verhelfen. Das genetische Rüstzeug von Sportlern zeigt auffällige regionale Besonderheiten: Die dunkelhäutigen Langstreckenläufer der Bestenliste kommen alle aus Nord oder Ostafrika, aus Ländern wie Äthiopien, Kenia, Marokko und Tunesien, die Sprinter hingegen aus dem Westen Afrikas sowie aus der Karibik und den USA, wohin man die Sklaven aus Westafrika verschleppt hatte. Die Völker Afrikas und selbst ihre ehedem verschleppten Nachfahren lebten lange vergleichsweise isoliert. Sie haben genetische Eigenheiten bewahrt. Wie Hans-Hermann Dickhut von der Uni Freiburg sagt, treten bei ihnen „gehäuft Typen mit einer bestimmten Muskelfaser-Kombination auf“. Westafrikaner zum Beispiel hätten einen besonders hohen Anteil an weißen Muskelfasern , was günstig für Schnelligkeit und Schnellkraft ist, also etwa für Sportarten wie Sprint und Hochsprung. Bei Weltklasse-Sprintern gehören bis zu vier von fünf Muskelfasern zu den „schnellen“, bei Normalsterblichen hingegen halten sie sich mit den langsamen, roten Fasern in etwa die Waage.

„Man findet aber in Äthiopien oder Kenia praktisch keine Sprinter und in Westafrika keine Langstrecken-Läufer“, sagt Dickhut. Offenbar hat es im Laufe der Evolution genetische Verschiebungen gegeben, weil Klima und Landschaft hier die Schnellkraft, dort die Ausdauer als Überlebensvorteil ausgeprägt haben. Ganz anders in Europa, wo sich die Volksgemeinschaften seit Jahrtausenden stark miteinander vermischen. „Deshalb sind die Europäer weder ganz schnell noch ganz ausdauernd“, sagt Dickhut. Langstreckenläufer wie Dieter Baumann seien extrem selten. Durch Training lasse sich die Mischung der Muskelfaser-Typen nämlich „nur bis auf wenige Prozente“ ändern. was

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