Gesundheit : Erbgut: Geselligkeit liegt bei Schwalben in den Genen

Ob lieber in großer Gesellschaft oder behaglich im kleinen Kreis - selbst den Schwalben wird die jeweilige Neigung in die Wiege gelegt. Darauf stießen US-Forscher bei Beobachtungen an Amerikanischen Klippenschwalben (Petrochelidon pyrrhonata) in Nebraska über einen Zeitraum von 17 Jahren. Diese Schwalben leben in Kolonien, zu der zwei bis 3700 Nester gehören.

Das Biologen-Paar Charles Brown und Mary Bomberger Brown von der Universität von Tulsa in Oklahoma beschreibt das Ergebnis im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" (Band 97, Seite 14825). Den Browns gelang es nachzuweisen, dass Klippenschwalben ihre Jungen in Kolonien von genau der Größe ausbrüten, in die sie selbst geboren wurden.

Sie kehrten immer wieder in eine Kolonie der Größenordnung zurück, die zuvor ihre Eltern gewählt hatten. Dieses Muster traf selbst dann zu, wenn die Schwalben als Junge mit fünf Tagen aus ihrem eigenen Nest genommen und zum Aufwachsen in eine fremde Kolonie gesteckt wurden. Mehr noch, sie vermieden Kolonien von jener Größe, in die sie als Junge ausgetauscht worden waren.

Durch die Länge und den Umfang ihrer Untersuchung meinen die Forscher ausschließen zu können, dass Umwelt- oder andere Faktoren auf die Wahl der Brutkolonie Einfluss hatten. Im Gegenteil. Sie glauben, dass ihre Studie zum genetischen Ursprung geselligen Verhaltens bahnbrechend ist, weil kaum jemand vor ihnen eine so komplexe Eigenschaft als Erbfaktor nachweisen konnte.

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