Gesundheit : Erkundung des Pluto: Aufbruch nur mit Plutonium?

tdp

Wer den geheimnisvollen Planeten Pluto und seinen Mond Charon näher erkunden möchte, hat eine weite Reise zu planen. Mehr als zehn Jahre wäre ein Raumschiff bis zu dem äußersten Planeten des Sonnensystems unterwegs - vorausgesetzt, es flöge mit herkömmlichem Treibstoff. Mit Nuklearantrieb ginge es wohl schneller, haben Forscher der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa in Cleveland berechnet. In nur sechseinhalb Jahren könnte eine Sonde so zum Pluto gelangen. Der Raketenkonstrukteur Stan Borowski schätzt, dass die Entwicklung eines solchen Nuklearfahrzeugs etwa zehn Jahre dauern und 1,5 Milliarden Dollar kosten würde.

Bei der Nasa denkt man seit einiger Zeit wieder über den Bau von Weltraumraketen mit Nuklearantrieb nach. Die Hitze aus einem kleinen Kernreaktor kann flüssigen Wasserstoff in ein Wasserstoffgas verwandeln. Es strömt unter hohem Druck aus und gibt der Rakete kräftig Schub. Dafür wird deutlich weniger Brennstoff benötigt als bei heute üblichen, chemischen Antriebstechniken. Die Nuklearrakete wäre also um einiges leichter als ihr konventionelles Pendant.

Bereits die Galileo-Raumsonde, die 1989 zum Jupiter flog, hatte - allerdings nur geringe Mengen - Plutonium an Bord, ebenso die Cassini-Sonde, die 1997 zum Saturn aufbrach. Beide Starts waren von einer öffentlichen Protestwelle begleitet. Die Angst ging um, die Raketen könnten abstürzen und den Giftstoff Plutonium in unvorhersehbarer Weise über den Erdball verbreiten.

In Anbetracht dieser Erfahrungen hat die Nasa ihre Pläne, kompakte, mit Uran aufgerüstete Raketen zu bauen, erst einmal auf Eis gelegt. Nun allerdings gibt es in den USA erstmals wieder Geld für solche Forschungen, wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" berichtet. Und die italienische Weltraumbehörde fördert die Arbeiten des Physik-Nobelpreisträgers Carlo Rubbia, der eine Rakete mit Americium-242 flott machen möchte. Es wird auch darüber nachgedacht, Raketen mit chemischem Antrieb in eine hohe Umlaufbahn zu befördern und den Kernreaktor erst dann zu zünden.

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