Gesundheit : Erst lernen, dann zahlen

Studierende der Humboldt-Uni sind für Gebühren

Anja Kühne

Zwei Drittel der Studierenden der Humboldt-Universität sind für Studiengebühren – aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage in der vergangenen Woche, die auf eine Initiative des Projekttutoriums „Studiengebühren an der HU?“ zurückgeht. Die Studierenden am Institut für Sozialwissenschaft hatten ihren Kommilitonen vier verschiedene Optionen zur Wahl gestellt. Von den 163 Studierenden, die sich an der Umfrage beteiligten, entschieden sich 64,4 Prozent für eins der drei Gebührenmodelle. Voraussetzung dabei war jeweils, dass die Einnahmen direkt an die Uni fließen und dass der Staat seine Zuschüsse im Gegenzug nicht absenkt. Fast 22 Prozent sprachen sich für den jetzigen Zustand aus: Das Erststudium in der Regelstudienzeit ist, abgesehen von den Verwaltungsgebühren, kostenlos. Gut 13 Prozent stimmten keiner dieser vier Möglichkeiten zu.

Am beliebtesten bei den Studierenden waren jene beiden Modelle, bei denen die Gebühren erst nach dem Studium gezahlt werden müssen. 31,5 Prozent wählten das Modell der „nachlaufenden Gebühren“, bei dem etwa ein Prozent des späteren Bruttoeinkommens an die Hochschulen gehen. Für das Modell der „nachgelagerten Studiengebühren“ stimmten 23 Prozent. Die Studierenden nehmen ein verzinstes Darlehen auf, das sie fünf Jahre nach dem Abschluss zurückzuzahlen beginnen. Gut zehn Prozent können sich auch direkte Gebühren vorstellen, die während des Studiums gezahlt werden und deren Höhe die Hochschule bestimmt. Die Akzeptanz von Gebühren ist unter jüngeren Studierenden etwas größer als unter denen, die schon länger studieren. In der Auswertung heißt es dazu: „Möglicherweise könnte bei den jüngeren Studierenden ein Mentalitätswechsel stattgefunden haben.“

Auf die Frage „Wer vertritt deine Interessen in der Studiengebührenfrage am besten?“ antworteten 47 Prozent „niemand“. 38 Prozent fühlen sich durch ihr Studierendenparlament gut vertreten. Nur neun Prozent vertrauen in dieser Frage den Parteien.

Die Studierenden stellen die Ergebnisse ihrer Umfrage heute an der Humboldt-Uni vor. Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion. Es diskutieren Heinz-Elmar Tenorth, der Vizepräsident der HU, Florian Buch vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), Benjamin Hoff (PDS) und Colin Tück (Freier Zusammenschluss von StudentInnenschaften). 19 Uhr, Senatssitzungssaal, Unter den Linden 6.

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