Gesundheit : Erste Pläne der Wissenschaftsverwaltung sind bekannt geworden

U. S.

95 Millionen Mark müssen in dem Gesamtbereich Kultur, Wissenschaft und Forschung in diesem Jahr zusätzlich gespart werden. 32 Millionen entfallen dabei auf die konsumtiven Mittel, - das sind Personalausgaben und die Finanzierung von Projekten. 63 Millionen müssen bei den Investitionen gespart werden - das sind Baukosten und die Ausstattung mit Geräten. Noch gibt es über die Aufteilung dieser Summen keine endgültigen Festlegungen, teilte der Staatssekretär Josef Lange von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur dem Tagesspiegel mit. Aber es gibt bereits einige Bereiche, die besonders betroffen sein werden. Zum Beispiel soll das Studentenwerk vier Millionen Mark einsparen.

Da die Hochschulen mit dem Berliner Senat Verträge für ihre Finanzausstattung bis zum Jahre 2002 abgeschlossen haben, wird in diesen Bereich nicht eingegriffen. Wohl aber wird ein Randbereich der Hochschulverträge berührt: Aus den Verkäufen von Grundstücken, die bisher die Hochschulen genutzt haben, wird ein Fonds gespeist. Die Wissenschaftssenatorin will ihm 27 Millionen Mark entnehmen. Dieser Fonds ist eigentlich für folgende Aufgaben gedacht: Wenn die Hochschulen Gebäude zum Verkauf anbieten, soll die Hälfte des Erlöses der verkaufenden Hochschule zufließen, die andere Hälfte ist für die Ausstattung eines Fonds gedacht. Aus diesem können sich alle Hochschulen mit Darlehen bedienen, um Personalengpässe vor allem beim wissenschaftlichen Nachwuchs zu überbrücken. Denn die nächsten Jahre werden wegen der schon vor Jahren beschlossenen Sparauflagen mit der Reduzierung von 100 000 auf 85 000 Studienplätze besonders schwierig. HU-Präsident Hans Meyer hat bereits öffentlich erklärt, dass eine Summe von 54 Millionen Mark durch Grundstücksverkäufe in diesem Jahr kaum zu erbringen sei. Damit stünden die 27 Millionen im Fonds erst auf dem Papier.

Der andere große Brocken bei den Einsparungen soll die Investitionen treffen und damit Bauten und Geräte. Es geht um 63 Millionen Mark. Nach den Vorstellungen von Staatssekretär Lange könnten zumindest 30 Millionen Mark dadurch aufgebracht werden, dass laufende Bauvorhaben zeitlich gestreckt werden. Eine weitere Sparchance sieht er darin, dass Raten für laufende Bauten nicht rechtzeitig abgerufen werden. Streckungen soll es beim Ausbau der Inneren Medizin auf dem Charitégelände geben und bei Bauvorhaben der FU und TU.

Weitere 30 Millionen Mark stehen zwar auf der Streichliste, aber die Entscheidung darüber, wie sie aufgebracht werden, hat die Senatsverwaltung zurückgestellt. Die Wissenschaftsverwaltung möchte nach Auskunft von Staatssekretär Lange unbedingt vermeiden, dass die dringend notwendige Sanierung von Teilbereichen im Klinikum Benjamin Franklin der FU nicht mehr im Jahr 2000 finanziert werden kann. Der Ausbau des Wissenschaftsparks Adlershof dürfe auch nicht verzögert werden. In der Humboldt-Universität sieht man das anders: Wenn in diesem Jahr im Berliner Haushalt 500 Millionen Mark gespart werden und 800 Millionen Mark im Jahr 2001, dann seien auch im nächsten Jahr neue Sparauflagen im Bereich Wissenschaft und Forschung zu erwarten. Unter diesen Bedingungen seien Neubauten für Adlershof gefährdet, erklärte HU-Präsident Hans Meyer.

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