Gesundheit : Erstmals Liste der Bibliothek von Marx und Engels vorgelegt

HS

Zum Jahresende bringt der Berliner Akademie-Verlag zwei weitere Bände der Marx-Engels-Gesamtausgabe (Mega) heraus. Band 31 der Reihe rekonstruiert die Bibliotheken von Karl Marx und Friedrich Engels. Annähernd zwei Drittel des ursprünglich angenommenen Bestandes konnten identifiziert werden. Rund 2 100 Bände enthalten zahlreiche Anstreichungen und Randbemerkungen der beiden Filosofen, die wichtige Details ihres Schaffens offenbaren. Als Marx starb, übernahm Engels den Hauptbestand der Büchersammlung seines Freundes und vereinigte ihn mit seiner eigenen Bibliothek. Um sie für künftige Nutzer zusammen zu halten, vermachte er sie später der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Nach seinem Tod gingen die Bücher in der Bibliothek der SPD in Berlin auf. Nachdem die Nazis das Parteivermögen 1933 beschlagnahmt hatten, wurde die Bibliothek in den Kriegswirren zerstreut. Der jetzt vorliegenden Liste gingen jahrzehntelange Sucharbeiten voraus.

Der 32. Band der Mega dokumentiert Exzerpte über die Naturwissenschaften. Der Band enthält fast ausschließlich bisher unveröffentlichte und weitgehend unbekannte Materialien. Mit ihrer Publikation werden nicht nur neue Perspektiven in der Sicht auf Marx und seine Stellung in der Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts eröffnet, sondern es spiegeln sich in den Niederschriften auch die Erkenntnisfortschritte in den Naturwissenschaften der damaligen Zeit. Auch schlagen sich wichtige Unterschiede in der Arbeitsweise der beiden Gelehrten nieder: Während Engels zeitlebens eine dialektische Interpretation naturwissenschaftlicher Forschungen beibehielt, schien sich Marx eher den analytischen Denkmodellen zuzuwenden.

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