Gesundheit : Erstmals naturwissenschaftlicher Nobelpreis an israelische Forscher

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Bei der Vergabe der Nobelpreise für Chemie wurden erstmals in der diesjährigen Stockholmer Auszeichnungsrunde auch Wissenschaftler bedacht, die nicht aus den USA kommen. Es handelt sich um die israelischen Mediziner Aaron Ciechanover und Avram Hershko , die zusammen mit dem amerikanischen Forscher Irwin Rose jeweils ein Drittel des Preisgeldes von 1,1 Millionen Euro erhalten. Die Forscher hätten einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Eiweißregulierung in der Zelle geleistet, schreibt das Nobelkomitee.

„Die Preisvergabe an Ciechanover und Hershko ist absolut gerechtfertigt“, sagt PeterM. Kloetzel, Direktor des Instituts für Biochemie an der Charité. Die beiden Forscher hätten die Basis für die Proteasom-Forschung gelegt. Weniger geläufig ist Kloetzel dagegen der dritte Preisträger. Irwin Rose sei zwar als Doktorvater von Hershko an Publikationen beteiligt, aber in den letzten zwei Jahrzehnten wissenschaftlich kaum in Erscheinung getreten.

Ciechanover, vor 57 Jahren in Haifa geboren, forscht wie sein 67-jähriger aus Ungarn stammender Kollege Hershko am Technion Institut in Haifa. Rose, gebürtiger New Yorker, arbeitet mit 78 Jahren noch an der Universität von Kalifornien in Irvine.

Die richtungsweisenden Publikationen erschienen vor etwa 25 Jahren. Die israelischen Wissenschaftler kooperierten damals mit Rose am Fox-Chase-Krebszentrum in Philadelphia. „Insofern geht der Nobelpreis an Forscher aus einem Labor“, sagt Kloetzel.

Mittlerweile sieht der Biochemiker die Proteasom-Forschung in Deutschland und besonders in Berlin an der Weltspitze. Der Kontakt zu den israelischen Forschern sei eng. Der redegewandte Ciechanover folge regelmäßig Einladungen nach Berlin.Hershko, dessen Familie von den Nazis ermordet worden sei, kommt dagegen nicht nach Deutschland. „In Israel werde ich von ihm aber sehr freundlich empfangen“, sagt Kloetzel. Paul Janositz

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