Gesundheit : Es läuft wie geölt

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Thomas de Padova über das neue amerikanische Klimaforschungsprogramm

Die amerikanische Regierung hat soeben einen ZehnJahres-Plan zur Erforschung des Klimawandels aufgestellt. George W. Bush möchte endlich untersuchen lassen, ob es den weltweiten Klimawandel tatsächlich gibt und was die Ursachen dafür sein könnten. Ein Programm, das viel Zeit kosten, die USA aber wieder an die Spitze der internationalen Klimaforschung führen wird.

Diese haben sie 1997 bei den internationalen Klimaschutzverhandlungen in Kyoto eingebüßt. Damals stimmten amerikanische Wissenschaftler leichtfertig mit Forschern aus aller Welt darin überein, dass die Industriestaaten das Weltklima durch Kohlendioxid-Abgase verändern. Die USA galten fortan als einer der Hauptverursacher der Erderwärmung. George W. Bush tut gut daran, sein Land endlich von diesem Image zu befreien, geht es doch darum, die Herzen der Welt rasch mit billigem Öl aus frisch eroberten irakischen Quellen zu gewinnen.

Die Klimaforscher sollen noch einmal eine faire Chance bekommen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Denn was ihnen zugute gehalten werden muss: Einige von ihnen haben sich damals in Kyoto redlich bemüht, den Karren in letzter Minute noch aus dem Dreck zu ziehen. Gleichsam über Nacht zauberte die amerikanische Forscherdelegation in Kyoto eine Lösung für das Klimaproblem aus dem Hut: den Wald. Junge Bäume würden das viele Kohlendioxid schon schlucken, behaupteten sie. Man müsse den Wilden Westen nur ein bisschen aufforsten, dann würde sich die Erde rasch wieder abkühlen.

Die anderen Staaten ließen sich dazu überreden, die Aufforstung als Klimaschutzmaßnahme mit ins Kyoto-Protokoll aufzunehmen. Sie sahen darin die einzige Chance, die USA mit in die Pflicht zu nehmen. Das ist ihnen nicht gelungen. Seit 2001 boykottieren die USA das Weltklimaabkommen.

Und sie haben gute Gründe dafür: Die Aufforstung ist nämlich, wie mittlerweile wissenschaftlich erwiesen ist, kein wirksames Mittel, der Erderwärmung entgegenzutreten. George W. Bush wünscht sich also zu Recht zehn weitere Jahre Forschung.

Und zwar nicht nur in Sachen Aufforstung. Die nächste Dekade soll grundsätzlich neue Erkenntnisse in der Frage bringen, ob der Mensch einen Wandel des Klimas verursacht. Da die Antwort darauf nun erklärtermaßen wieder offen ist, hat der amerikanische Präsident die Auflagen der Industrie zur Reinhaltung der Luft erstmal aufgehoben. Und billiges Öl möchte er im kommenden Jahrzehnt nicht nur im Irak fördern, sondern auch in Alaska. Da ist es kühler. Einstweilen.

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