Gesundheit : EU-Bildungsabschlüsse: Vertrauen ist besser als Kontrolle

U.S.

Die Bildungsminister der Europäischen Union haben sich auf eine neue Politik der gegenseitigen Anerkennung aller Bildungsabschlüsse geeinigt. Vor kurzem haben sie beschlossen, nach dem Grundsatz des Vertrauens zu verfahren und nicht mehr inhaltlich bis ins Kleinste die Vergleichbarkeit von Ausbildungsgängen vorab zu prüfen und dann festzulegen, unter welchen Auflagen eine wechselseitige Anerkennung ausgesprochen werden kann. Künftig sollen alle Zeugnisse, die Mitgliedsländer der EU vergeben und die zur Ausübung eines Berufs befähigen, von allen Ländern anerkannt werden.

Aber die Anerkennung ist an eine Voraussetzung gebunden: So wie in den Hochschulzeugnissen genau beschrieben werden muss, was ein Jungakademiker im Studium wirklich gelernt hat (das so genannte diploma supplement), soll es auch in der Berufsausbildung geschehen. Auch dort müssen die Inhalte des Gelernten detailliert beschrieben werden. Werner Hermann vom Generaldirektorat für Bildung und Kultur der EU-Kommission in Brüssel sprach auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Bildungsverwaltung dazu die Erwartung aus, dass dieser neue Weg des Vertrauensvorschusses und der Transparenz Bestand für die nächsten 30 Jahre haben werde.

Aus Sicht der EU hat Europa in der Bildung und Beschäftigung gewaltig nachzuholen: Während die USA und Kanada ein Beschäftigungspotenzial von siebzig Prozent erreichen, kommt Europa nur auf sechzig Prozent. In den nächsten zehn bis zwanzig Jahren müsse Europa diesen Rückstand aufholen. Das sei nur durch eine Bildungsoffensive zu leisten.

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