Gesundheit : Evolutionsgeschichte: Späte Ausbreitung

Erst vor etwa 100.000 Jahren verließen die Ahnen des heutigen modernen Menschen ihre afrikanische Heimat und breiteten sich weltweit aus. Alle älteren Menschenformen, die bereits vor dieser Zeit aus Afrika ausgewandert waren und sich als fossile Reste in verschiedenen Teilen der Welt nachweisen lassen, starben jüngsten Genanalysen zufolge wieder aus. Da sie sich mit den aus Afrika neu angelangten Formen nicht vermischt hatten, hatte sich auch ihr Erbgut nicht bis in die heutige Zeit erhalten können. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Team von Wissenschaftlern aus Schweden und Deutschland, zu dem auch die Arbeitsgruppe von Svante Pääbo am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig gehört. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Nature" (Band 408, Seite 708) vor.

Der Studie zufolge, in der insgesamt 53 unterschiedliche ethnische Gruppen betrachtet werden, bildet die moderne Weltbevölkerung eine sehr junge, einheitliche Gruppe. Sie besiedelte die Erde innerhalb kürzester Zeit: Asien, Südostasien und Australien vor 60 000 Jahren, Europa vor 40.000 Jahren, vor 20.000 Jahren über die Beringstraße Nordamerika und zuletzt vor etwa 13.000 Jahren Südamerika.

Die deutschen und schwedischen Wissenschaftler analysierten erstmals das gesamte, 16 500 Bausteine lange Erbgut in den Mitochondrien, den Kraftwerken menschlicher Zellen. In allen vorangegangenen Untersuchungen dieser Art hatten Forscher immer nur Bruchteile des Mitochondrien-Erbguts unter die Lupe genommen. Die daraus gewonnenen Ergebnisse waren entsprechend kritisiert worden.

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