Gesundheit : Exiluniversität in Frankfurt an der Oder

Viadrina nimmt 40 Minsker Studenten auf

Silke Zorn

Die Europa-Universität Viadrina startet das internationalste Semester ihrer Geschichte: mit 5000 Studierenden aus 75 Ländern, davon ein Drittel aus dem benachbarten Polen. Auch 40 Studenten der Europäischen Humanistischen Universität in Minsk (Weißrussland) wurden zum Wintersemester an der Universität in Frankfurt (Oder) aufgenommen. Die Hochschule war im Sommer dieses Jahres wegen „westlichen Denkens“ auf Betreiben von Staatspräsident Alexander Lukaschenko geschlossenen worden.

Für die Exilanten hat die ostdeutsche Universität in Windeseile schon 36 Stipendien aufgetrieben – unter anderem vom Auswärtigen Amt und von diversen Stiftungen. „Die restlichen bekommen wir auch noch“, hofft Unipräsidentin Gesine Schwan.

Die Viadrina soll in den kommenden Jahren wie berichtet mit deutscher, polnischer und französischer Beteiligung zur Stiftungsuniversität ausgebaut werden. Einen genauen Zeit- und Finanzierungsplan konnte Schwan gestern noch nicht präsentieren. Fest stehe jedoch: Die Viadrina soll in eine Stiftung öffentlichen Rechts umgewandelt werden; und nach dem Willen Schwans sogar mit noch mehr Autonomie ausgestattet werden als ihr Vorbilder, die niedersächsischen Stiftungsuniversitäten. Die Zusage der Bundesregierung, 50 Millionen bereitzustellen, erleichtere die Verhandlungen mit den anderen Kooperationspartnern erheblich, sagte Schwan. Sie will auch private Sponsoren gewinnen. „Alle Beteiligten möchten, dass es so zügig wie möglich losgeht.“

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