Expertenbericht : Klimawandel bedroht die Gesundheit am meisten

Mehr als nur ein Umweltproblem: Britische Forscher sehen in der globalen Erwärmung die größte Gefahr für die Gesundheit der Menschheit. Die Negativfolgen könnten schon bald rund um den Globus eintreten.

LondonIn einem Bericht des Medizinjournals The Lancet zeichneten die Wissenschaftler des University Colleges London (UCL) ein düsteres Szenario. So verursache der Klimawandel andere Infektionsmuster oder neue Ausbreitungsgebiete für Krankheiten, die von Insekten übertragen werden.

Weiterhin gehen die Forscher davon aus, dass zukünftig immer mehr Menschen infolge von Hitzewellen und Extremwetterlagen sterben werden. Zudem gefährde der Klimawandel auch die Versorgung mit sauberem Wasser und Nahrung, was zu Unterernährung und Durchfallerkrankungen führen könne.

"Der Klimawandel ist ein Gesundheitsthema, das Milliarden von Menschen angeht. Es ist nicht nur ein Umweltproblem, das sich um Eisbären oder Abholzung dreht", sagte UCL-Professor Anthony Costello. Die Auswirkungen werden auf der ganzen Welt zu spüren sein. "Und nicht in einer fernen Zukunft, sondern noch zu unseren Lebzeiten und zu den Lebzeiten unserer Kinder."

Die Wissenschaftler pochten auf schnelle Maßnahmen gegen den Ausstoß von Treibhausgasen und die Abholzung der Regenwälder. Zudem müssten Gesundheitsbehörden, Politik und die Wissenschaft eng zusammenarbeiten, um die negativen Folgen des Klimawandels auf die Gesundheit einzudämmen. (rf/dpa)

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