Gesundheit : Expertenkommission will Habilitationsregeln und Bezahlung verändern

Professoren sollen künftig auch nach Leistung bezahlt werden. Eine Gehaltserhöhung nur von Alters wegen soll es nicht mehr geben. Damit könne man neue Anreize schaffen und so Lehre und Forschung an den Hochschulen verbessern, sagte Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) nach der ersten Sitzung der Expertenkommission "Reform des Hochschuldienstrechts" am Dienstag in Berlin. Zudem werde die Abschaffung der klassischen Habilitation diskutiert und nach Wegen gesucht, eigenständige Lehre und Forschung früher als bisher zu ermöglichen. Zum Vorsitzenden wählte die Kommission den Präsidenten der Humboldt-Universität, Hans Meyer. Sein Stellvertreter ist der Generalsekretär der Volkswagenstiftung Wilhelm Krull.

Das neue Besoldungssystem soll spätestens im Jahr 2001 eingeführt werden. Bei einer Umstellung hätten die heutigen Professoren aber eine Besitzstandgarantie. Kriterien für die Bezahlung könnten nach der Reform Erfolge bei der Ausbildung der Studenten, gute Lehre und Forschung, die Entwicklung neuer Studiengänge oder die Zahl der Abschlüsse sein. Finanziert werden solle das Ganze durch den Wegfall der Besoldungserhöhung per Altersstufe.

"Die Personalstruktur an deutschen Hochschulen wird den Anforderungen des internationalen Wettbewerbs nicht mehr gerecht", sagte Bulmahn. Die Situation für junge Wissenschaftler sei unbefriedigend. "Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, die die unabhängige Entwicklung wissenschaftlicher Kreativität nicht erst nach dem vierzigsten Lebensjahr möglich macht."

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr und die Rektorenkonferenz sprachen sich ebenfalls für eine leistungsorientierte Bezahlung und gegen die klassische Habilitation aus.

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