Gesundheit : Fachhochschule Potsdam: Große Nachfrage für wenig Studienplätze

Uwe Schlicht

Die Fachhochschule Potsdam will sich mit drei großen Schwerpunkten profilieren und das angesichts einer Ausbauplanung, die zu wünschen übrig lässt. Gestern zog die neue Fachhochschulrektorin Helene Kleine auf ihrer ersten Pressekonferenz Bilanz. Noch ist die Fachhochschule auf zwei Standorte verteilt - nämlich auf den alten Schlossplatz im Zentrum von Potsdam und auf den neuen Standort in der Pappelallee nahe von Sanssouci. Sie hofft, dass ihr neuer Campus in der Pappelallee bis zum Jahr 2005/2006 fertig wird. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg, dauert es doch allein 12 Jahre seit der Gründung der Fachhochschule, bis sie die Werkstätten und Labors bekommt, die sie für ihre technischen und künstlerischen Studiengänge benötigt. Die Einweihung dieser Werkstätten und Labors ist erst zum Wintersemester 2002/2003 vorgesehen. Erst danach können so zentrale Versorgungsbereiche wie Mensa, Bibliothek und Hörsäle vom Schlossplatz in die Pappelallee verlagert werden.

Brandenburg will nicht mehr seine Hochschulen auf 34 000 Studienplätze ausbauen, sondern nur noch auf 25 000. Unter diesen neuen Perspektiven hat auch die Fachhochschule zu leiden. Der Vorsitzende des Akademischen Senats, Professor Rainer Funke, erklärte: "Nur 75 Prozent der geplanten Stellen sind an der Fachhochschule Potsdam besetzt worden." Die Fachhochschule wird voraussichtlich ihre jetzige Kapazität mit 2000 Studienplätzen nur noch geringfügig erhöhen können. Dabei hat sie in einzelnen Studiengängen einen riesigen Andrang: in Design kommen auf 60 Zulassungen im Jahr 1500 Bewerber. Für die Ausbildung zum Sozialarbeiter ist es ähnlich. Die drei Schwerpunkte der Fachhochschule sind: 1. neue Medien und Wissensmanagement, 2. soziale und kulturelle Gestaltung der Gesellschaft, 3. brandenburgische Bau- und Kulturlandschaft.

Große Schwierigkeiten hat die Fachhochschule nach den Worten von Helene Kleine allein schon damit, für ihre Studenten genügend Managementkenntnisse anzubieten. Bisher hilft sie sich durch eine Kooperation mit der Universität Potsdam in einem Basisangebot für künftige Existenzgründer. Aber eigentlich benötigt sie in diesem Bereich allein neun Professoren mehr, damit die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse für die Bereiche Bauen, Design, Architektur oder Sozialarbeit vermittelt werden können. Allein das würde eine Steigerung von 1,5 Millionen Mark im jährlichen Etat von 20 Millionen Mark bedeuten. Immerhin konnte die Fachhochschule den Unternehmer Klaus Krone dafür gewinnen, für fünf Jahre eine Stiftungsprofessur zur Existenzgründung zu finanzieren.

Die neue Rektorin, die in Düsseldorf Soziologie und Erziehungswissenschaften studiert hat und später in der kulturellen Kommunalarbeit im Ruhrgebiet tätig war, sagte zur derzeitigen Landespolitik: "Es ist eine falsche Politik, nur auf den Rückgang derStudentenzahlen nach dem Jahr 2010 zu setzen. Gerade die neuen Länder sollten sich besonders darum bemühen, dass der Anteil der Studierwilligen an den Altersjahrgängen steigt."

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