Gesundheit : Fälscher ohne Doktortitel

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Ein Bonner Chemiker muss wegen gefälschter Experimente seinen Doktortitel abgeben. Das Oberverwaltungsgericht Münster wies jetzt als letzte Instanz die Berufung zurück. Der Mann hatte in seiner Doktorarbeit behauptet, er könne mit Hilfe eines Magnetfeldes chemische Reaktionen in bestimmter Weise beeinflussen. Seine Ergebnisse konnte jedoch eine speziell eingesetzte Kommission nicht wiederholen. Die Universität kam zu dem Fazit, dass die Experimente geschickt gefälscht wurden und erkannte den Titel ab. Der Betroffene versuchte dann per Gerichtsentscheid den Titel wiederzuerlangen.

Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt, weil der „Geniestreich“ ein wichtiges chemisches Problem zu lösen schien: Der Doktorand hatte behauptet, mit Hilfe des Magnetfeldes den Anteil linksdrehender und rechtsdrehender Moleküle während einer chemischen Reaktion zu beeinflussen. Beide MolekülSorten entfalten im Körper jedoch oft ganz verschiedene Wirkungen. So hatte etwa das Schlafmittel „Contergan“ in den sechziger Jahren traurige Berühmtheit erlangt, weil die rechtsdrehende Variante des Wirkstoffs Thalidomid beruhigend wirkt, die linksdrehende Form aber schwerste Missbildungen bei Embryonen erzeugt. dpa

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