Gesundheit : Falscher Alarm

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Ein bislang kaum bekannter „Kontrollpunkt" der Entzündungsreaktion sind Mastzellen. Das ist ein Zelltyp, den man bislang vorwiegend als Auslöser unangenehmer allergischer Reaktionen kannte. Neue Forschungen zeigen, dass Mastzellen bei zahlreichen Autoimmunerkrankungen den Entzündungsmotor sozusagen laufend mit „Kraftstoff“ versorgen. Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Organismus. Ursache ist eine Art falscher Alarm der Körperabwehr.

Haben sich Mastzellen einmal am Ort einer Entzündung festgesetzt, so produzieren sie eine breite Palette von Faktoren, die ihrerseits die Entzündungsreaktion anheizen: Histamin, Leukotriene und Prostaglandine verändern die Durchlässigkeit von Kapillaren, so dass andere Immunzellen aus den Blutgefäßen in das Gewebe einwandern können. Gleichzeitig werden diverse Zytokine freigesetzt, die ihrerseits die eingewanderten Immunzellen weiter anstacheln. Und schließlich sorgen Enzyme dafür, dass die Grundstruktur des Gewebes aufgelockert wird, so dass Flüssigkeit eindringen kann. Die Mastzellen sind damit für drei der vier klassischen Symptome einer Entzündung – Rötung, Schwellung, Überwärmung – mit ursächlich.

Die CheckpointFunktion der Mastzellen ergibt sich aus der Tatsache, dass sie Informationen an der Basis der Entzündungskaskade wahrnehmen und darauf reagieren. Sie können sowohl durch bestimmte Zuckermoleküle als auch durch Stoffwechselprodukte von Bakterien aktiviert werden. H.F.

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