Gesundheit : Feueralarm aus dem All

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Waldbrände entstehen oft durch Nachlässigkeit oder Brandstiftung. Auch Blitzschläge können Auslöser sein. Ob es ein kleines Feuer oder eine Katastrophe wird, hängt von vielen Faktoren ab. „Die wichtigsten Kriterien sind Windgeschwindigkeit, Niederschlagsmenge, Tagestemperatur, der aktuelle Zustand der Vegetation und die relative Luftfeuchtigkeit", sagt Robert Schlick vom Referat Waldbau im Landwirtschaftsministerium Brandenburg.

Die notwendigen Informationen für die Waldbrandvorhersage liefert der Deutsche Wetterdienst, der sich auch auf Satellitendaten stützt. Das weltweit größte Projekt zur Gewinnung derartiger Daten und zur Entdeckung von Feuer und Rauch ist jetzt in den USA angelaufen. Außer der Weltraumorganisation Nasa beteiligen sich die amerikanische Marine, die „Nationale Ozean- und Atmosphären-Verwaltung" (NOAA) sowie die Universitäten von Alabama und Madison im Bundesstaat Wisconsin. Dies teilte Jeffrey Reid vom Weltraumcenter der amerikanischen Marine in San Diego jetzt auf der Tagung der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung in Washington mit.

Bei dem Projekt „Fire Locating and Monitoring of Burning Emissions (FLAMBE) werden Reid zufolge weltweit erstmals die Satellitendaten sofort (in Echtzeit) genutzt. Innerhalb einer halben Stunde sollen die geostationären Satelliten (GOES-8 und -10) eventuelle Waldbrände entdecken und beobachten. Dabei soll die ganze westliche Hemisphäre abgedeckt werden. Die Feuerwächter interessieren sich für die Größe der verbrannten Flächen, die Bewegung des Rauchs und den Einfluss von Strahlung.

Auch die Effekte auf das Klima oder auf die örtliche Luftqualität werden abgeschätzt. Die Daten über die Menge des Rauchs fließen in ein Modell ein, das die Navy-Forscher entwickelt haben. „Damit können Meteorologen frühzeitig vor Nebel warnen", sagte Elaine Prins, Wissenschaftlerin am Überwachungsprogramm.

Besonders wichtig ist die schnelle Erkennung durch Satelliten und die Auswertung der Daten bei sich rasch ausbreitenden Feuern vor allem in abgelegenen Gebieten. Bei einem Test mit Daten aus dem letztjährigen „Viejas"-Feuer in San Diego habe das ABBA-Programm bereits innerhalb einer Viertelstunde nach der Entstehung Alarm geschlagen, sagte Reid. Für die Feuerwehr und die Öffentlichkeit sollen die Informationen dann fast in Echtzeit verfügbar sein.

An den Ergebnissen des amerikanischen Großprojekts dürften vor allem auch die südlichen europäischen Länder interessiert sein, die häufig von großen Waldbränden heimgesucht werden. Dabei werden oft Flächen von mehreren tausend Hektar vernichtet, wie es beispielsweise 1999 in Spanien der Fall war. Ebenso groß waren Nadelwälder und Buschland, die ein Jahr später in Griechenland, Korsika oder Italien loderten.

Dagegen nimmt sich der mit 40 Hektar Fläche größte Waldbrand Brandenburgs gerade bescheiden aus. „Im Durchschnitt sind bei 300 bis 600 Bränden pro Jahr etwa 0,3 Hektar betroffen", sagt der Potsdamer Experte Schlick. Paul Janositz

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