Gesundheit : Flierls Konten

Bei den Studiengebühren hat der Streik bereits etwas bewirkt

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Die Studenten haben mit ihrem Streik einen ersten Erfolg errungen. Berlins Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) hat mit den UniPräsidenten und den Rektoren der Fachhochschulen am Dienstag ein Modell für Studienkonten erläutert, das von seinem bisherigen Plan abweicht. „Studienkonten sind eine Alternative zu Studiengebühren, die ich nicht will“, sagte der Senator. Nach dem neuen Modell sollen die Studierenden ihre Lehrveranstaltungen bei Bedarf auf 24 Semester aufteilen dürfen. Erst dann soll das Studium etwas kosten. Das soll jobbenden Studenten ein kostenloses Teilzeitstudium ermöglichen. Bislang sollten schon nach dem 15. Semester Gebühren fällig werden.

Neu ist auch, dass die Universitäten in Zukunft direkt von den Konten profitieren sollen. Bislang rechnete der Senat mit 10 Millionen Euro durch Langzeitgebühren, die bereits für den Landeshaushalt 2005 eingestellt waren. Jetzt sollen die Universitäten belohnt werden, wenn die Studienkontenbilanz zeigt, dass bei ihnen viele Studenten effizient studieren können. Schon jetzt werden 15 Prozent der Mittel vom Senat an die Unis nach Leistungskriterien vergeben. In Zukunft könnten diese Parameter ergänzt werden. Flierl kündigte auch erneut an, er werde sich dafür engagieren, dass die Bundesländer einen Finanzausgleich herstellen: Berlin, das besonders viele auswärtige Studenten an den Unis ausbildet, müsste dafür dann Geld bekommen.

Die Grundidee des Studienkontos: Jeder Student bekommt 360 „Credit-Points“ am Anfang seines Studiums. Für jede Veranstaltung, die der Studierende besucht, werden Punkte abgebucht. Erwirbt er einen Leistungsnachweis, werden die Punkte seiner Habenseite zugeschlagen. Wer zu oft Credits ohne Erfolg verbraucht, muss neue kaufen. Das Modell, das im Senat erst noch diskutiert wird, wurde für die PDS vom Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie in Köln entwickelt. akü

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