Gesundheit : Fördert Insulin Entstehung von Diabetes?

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Eine Allergie gegen das blutzuckersenkende Hormon Insulin spielt möglicherweise eine entscheidende Rolle beim Entstehen der Zuckerkrankheit (Diabetes). Das ergaben Studien, die heute im Fachblatt „Nature“ erscheinen. Schon länger ist bekannt, dass beim Typ1-Diabetes die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch eine selbstzerstörerische Attacke der Körperabwehr vernichtet werden. Sind 90 Prozent der Zellen ausgelöscht, macht sich die Krankheit bemerkbar: Der Blutzucker steigt in ungekannte Höhen, und ohne Insulinersatz sterben die Patienten binnen Monaten.

George Eisenbarth von der Universität von Alberta im kanadischen Edmonton und seine Mitarbeiter entfernten die Erbanlage für Insulin aus der DNS von Mäusen, die von Natur aus zur Zuckerkrankheit neigen. Es stellte sich heraus, dass diese Mäuse daraufhin nicht mehr zuckerkrank wurden – vermutlich, weil das körpereigene Insulin fehlte und damit auch der Anreiz zum Angriff auf die Bauchspeicheldrüse. In die gleiche Richtung deuten Versuche, über die David Hafler von der Harvard Medical School in Boston und sein Team in der gleichen „Nature“- Ausgabe berichten. Die Forscher untersuchten Zellen der Körperabwehr (Lymphozyten) von Zuckerkranken, die aus den Lymphknoten der Bauchspeicheldrüse gewonnen wurden. Die Hälfte der Lymphozyten reagierte „allergisch“ auf Insulin. Jetzt hoffen die Forscher auf neue Behandlungen. Zum Beispiel könnten die selbstzerstörerischen Immunzellen unschädlich gemacht werden. wez

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