Gesundheit : Forsch nach vorn

Bulmahn fordert mehr Geld von den Ländern für Wissenschaft

Anja Kühne

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn fordert für das neue Haushaltsjahr eine Erhöhung des Etats ihres Ministeriums um drei Prozent. Das entspricht 250 Millionen Euro. Zusätzlich will Bulmahn Geld für die Finanzierung des „Elite“-Wettbewerbs um Spitzenuniversitäten, Graduiertenschulen und Exzellenzcluster: weitere 250 Millionen Euro im Jahr, in fünf Jahren 1,25 Milliarden Euro. Ihre Vorschläge habe sie am Mittwoch in der Kabinettssitzung vorgetragen, sagte Bulmahn in Berlin. Die Mittel aller Forschungsorganisationen, der Max-Planck-, der Fraunhofer- und der Helmholtz-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sollen um drei Prozent erhöht werden. Die DFG soll zusätzlich eine dreiprozentige Etaterhöhung bekommen, um im „Elite“-Wettbewerb von Bund und Ländern die Graduiertenschulen zu finanzieren.

Wie viel Geld der Bund für den Wettbewerb um Spitzenuniversitäten, Exzellenzzentren und Graduiertenschulen bereits im Jahr 2005 bereitstellt, machte Bulmahn von den Verhandlungen mit den Ländern abhängig. Im kommenden Jahr sollen die Hochschulen zunächst ihre Konzepte entwickeln. Erst im Jahr 2006 würden tatsächlich 250 Millionen Euro vom Bund fließen. Die Ministerin erwartet, dass die Länder genauso viel Geld beisteuern wie der Bund. Bis Anfang Juni wolle sie Klarheit haben.

Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2010 den Anteil der Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt für Forschung und Entwicklung von jetzt 2,52 Prozent auf drei Prozent steigern, bekräftigte Bulmahn. Bei der Vorstellung des Bundesberichts Forschung zog die Ministerin eine positive Bilanz der vergangenen vier Jahre – und darüber hinaus. Seit 1998 habe die Regierung die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um eine Milliarde Euro auf neun Milliarden Euro angehoben. Der Regierung Kohl warf Bulmahn einen „beispiellosen Raubbau“ an Forschung und Entwicklung vor. Zwischen 1992 und 1998 habe sie 670 Millionen Euro in dem Bereich gekürzt. Beim Regierungswechsel 1998 habe der Anteil von Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt 2,31 Prozent betragen, heute liege er bei 2,52 Prozent. Gesunken sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung zwischen 1999 und 2001 jedoch besonders in Berlin und Brandenburg. Hessen und Sachsen steigerten ihre Ausgaben am deutlichsten. Bulmahn beklagte, dass viele Länder ihre Etats einfrören oder gar kürzten.

Der Anteil von Studienanfängern am Altersjahrgang ist gestiegen: von 27,7 Prozent im Jahr 1998 auf 35,7 Prozent im Jahr 2003. Ein Studium in Mathematik und den Naturwissenschaften und Mathematik nahmen 1998 nur 37 582 Studierende auf, fünf Jahre später waren es 64 609.

Bei den forschungsintensiven Gütern liegt Deutschland dem Bericht nach mit einem Weltmarktanteil von 14, 9 Prozent weltweit auf dem zweiten Platz – nach den USA mit 19,4 Prozent. Auf dem dritten Platz liege Deutschland mit dem Anteil von neun Prozent an Veröffentlichungen in renommierten Forschungs-Zeitschriften (USA: 32 Prozent; Japan, zehn Prozent.

Die neuen Länder und Berlin werden dem Bericht zufolge gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil (21 Prozent) überproportional gefördert. Rund 25 Prozent der Forschungsmittel des Bundes, mehr als zwei Milliarden Euro, seien im Jahr 2003 in den Osten geflossen.

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