Gesundheit : Forscher für frühe Hilfe bei Mukoviszidose

-

Eine flächendeckende Untersuchung von Neugeborenen auf die unheilbare Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose hat neben medizinischen auch wirtschaftliche Vorteile. Das hat eine britische Forschergruppe um Erika Sims an der University of East Anglia in Norwich errechnet. Die Erbkrankheit, bei der die Körpersekrete verdickt sind, könne durch die frühzeitige Diagnose besser und um 60 bis 400 Prozent kostengünstiger therapiert werden, berichten die Forscher im Fachjournal „The Lancet“ (Bd. 369, S. 1187).

Dem Verein Mukoviszidose e. V. zufolge ist eine frühe Therapie entscheidend für einen günstigen Krankheitsverlauf. Die Kinder müssten später seltener auf die Intensivstation. Auch indirekte Kosten ließen sich verhindern, erwartet Sims. Dazu gehören Arbeitskosten von Pflegern und Ärzten und geringere Fehlzeiten der Erkrankten. Die Forscher fordern einen weltweiten Einsatz der Reihenuntersuchung bei Neugeborenen. Bisher ist sie laut „Lancet“ bereits in Schottland, Wales und Nordirland eingeführt, andere Länder wollen das Verfahren starten, darunter Frankreich, Australien, Italien und 23 US-Staaten. In Deutschland sind etwa 8000 Menschen an Mukoviszidose erkrankt, pro Jahr werden 300 Kinder mit der Krankheit geboren. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar